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S&P 500-Replikation: Warum verschiedene Fonds leicht unterschiedliche Renditen haben

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Zwei ETFs, die den S&P 500 abbilden, können leicht unterschiedliche Jahresrenditen haben — und doch kopieren beide denselben Index. Das ist kein Fehler, sondern das Ergebnis von Unterschieden in der Replikationsmethode, der steuerlichen Behandlung und der Verwaltungseffizienz.

Was ist Tracking Difference?

Tracking Difference (TD) ist die Differenz zwischen der ETF-Rendite und der Benchmarkindex-Rendite für ein bestimmtes Jahr. Wenn der S&P 500 um 10 % steigt und der ETF um 9,8 %, beträgt die TD −0,2 %. Tracking Difference ist eine genauere Kennzahl als TER — sie umfasst alle Kosten und Vorteile, einschließlich der Wertpapierleiheinnahmen. Tracking Error misst dann die Konstanz des Trackings — wie stark die TD von Jahr zu Jahr schwankt.

Physische vs. synthetische Replikation

Physisch replizierende ETFs halten die tatsächlichen Aktien aus dem Index — entweder alle (Vollreplikation) oder eine repräsentative Stichprobe (Sampling). Synthetische ETFs schließen stattdessen einen Swap mit einer Bank ab, die sich verpflichtet, die Indexrendite zu zahlen.

Wertpapierleihe: Viele physische ETFs erzielen eine Extrarendite, indem sie Aktien aus dem Portfolio an andere Institutionen verleihen (z. B. für Leerverkäufe). Dieser Ertrag reduziert die effektiven Kosten des Fonds — deshalb kann ein Fonds eine TD nahe null oder sogar positiv haben, trotz einer nicht-null TER.

Der Steuerfaktor: irisches Domizil

Irische UCITS-ETFs auf US-Aktien profitieren vom US-Irland-Doppelbesteuerungsabkommen — sie zahlen 15 % Quellensteuer auf US-Dividenden statt der Standard-30 %. US-amerikanische Fonds (nicht als UCITS in der EU registriert) haben aus Sicht des europäischen Anlegers einen Nachteil. Warum das irische Domizil wichtig ist, wird im Artikel warum UCITS-ETFs mit irischem Domizil erörtert.

Wie Fonds richtig verglichen werden

Vergleichen Sie ETFs nicht allein nach der TER. Konzentrieren Sie sich auf die Tracking Difference der letzten 3–5 Jahre, die Fondsgröße (AUM), die Replikationsmethode und das Domizil. Eine detaillierte Anleitung finden Sie im Artikel wie man zwei ähnliche ETFs vergleicht.

Dies ist keine Anlageberatung.

Häufige Fragen

Was ist Tracking Difference und warum ist sie wichtig?

Tracking Difference ist die Differenz zwischen der ETF-Rendite und der Indexrendite für ein Jahr. Sie zeigt die tatsächlichen Gesamtkosten (oder den Vorteil) des Fonds. Sie ist genauer als TER, da sie auch Wertpapierleiheinnahmen und Steuereffekte einbezieht.

Warum haben irische ETFs einen Vorteil gegenüber US-amerikanischen?

Irische UCITS-ETFs zahlen dank des US-Irland-Steuerabkommens nur 15 % Quellensteuer auf US-Dividenden, während andere Domizile 30 % zahlen. Dieser Vorteil schlägt sich direkt in einer höheren Tracking Difference nieder — bessere reale Renditen für den Anleger.

Wie erkenne ich einen qualitativ hochwertigen S&P 500-ETF?

Achten Sie auf niedrige Tracking Difference über mehrere Jahre, hohes verwaltetes Vermögen (über 5 Milliarden Euro), irisches Domizil (ISIN beginnt mit IE) und physische Replikation. Eine TER unter 0,20 % ist eine gute Grundlage, aber TD ist wichtiger.

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