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Investieren in Schwellenländer: Chancen, Risiken und ETFs

7 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Schwellenländer sind kein spezifischer Ort — es sind Dutzende von Ländern, die die Gemeinsamkeit eines schnelleren wirtschaftlichen Entwicklungstempos und eines höheren Risikos gegenüber Industrieländern teilen. Dazu gehören China, Indien, Brasilien, Mexiko, Südafrika, die Türkei, Thailand, Indonesien und viele andere. Das Verständnis dieser Kategorie ist vor jeder Investitionsentscheidung unerlässlich.

Was ist ein „Schwellenland" und wie wird es definiert?

Die Klassifizierung erfolgt durch Indexanbieter — vor allem MSCI und FTSE Russell. Sie unterscheiden zwischen Developed Markets (Industrieländer), Emerging Markets (Schwellenländer) und Frontier Markets (Grenzmärkte). Ein Land gelangt in die EM-Kategorie auf Basis seiner Wirtschaftsgröße, der Zugänglichkeit für ausländische Investoren und der Kapitalmarktinfrastruktur. Diese Klassifizierung ändert sich gelegentlich — zum Beispiel haben Südkorea und Polen je nach Methodik zwischen EM und DM gewechselt. Der Artikel darüber, wie Aktienindizes funktionieren, hilft Ihnen, diese Logik besser zu verstehen.

Warum in Schwellenländer investieren?

Das Hauptargument ist Diversifikation und Exponierung gegenüber anderen Konjunkturzyklen als denen in den USA und Europa. Schwellenländer bieten Zugang zu einer schnell wachsenden Mittelschicht in Asien, Afrika und Lateinamerika, zu Rohstoffgütern und zu Technologiegiganten wie TSMC oder Samsung. Im Vergleich zu entwickelten Märkten werden EM-Aktien häufig mit einem Abschlag bewertet — historisch aufgrund des höheren Risikos.

Achtung vor China: China macht traditionell den größten Anteil am MSCI Emerging Markets Index aus. Änderungen in der chinesischen Regulierung, geopolitische Spannungen oder eine wirtschaftliche Verlangsamung wirken sich daher unverhältnismäßig stark auf den gesamten EM-Index aus.

Risiken, die Sie kennen müssen

Schwellenländer tragen spezifische Risiken, die entwickelte Märkte nicht oder in geringerem Maße haben:

Wie investiert man über UCITS-ETFs?

Der zugänglichste Weg ist über einen irisch domizilierten UCITS-ETF, der MSCI Emerging Markets oder FTSE Emerging abbildet. Diese Fonds sind an europäischen Börsen erhältlich, haben ein steuerlich vorteilhaftes irisches Domizil (siehe warum irischer Domizil) und decken Dutzende von Ländern gleichzeitig ab. Wer EM nicht separat managen möchte, findet in einem globalen All-World-ETF eine einfache Lösung — EM ist dort automatisch mit einer der Marktkapitalisierung entsprechenden Gewichtung enthalten.

EM im Kontext des Gesamtportfolios

Schwellenländer können als Ergänzung zu Industrieländern Teil eines diversifizierten Portfolios sein. Wer VWCE oder FWRG besitzt, hat EM-Exponierung automatisch. Das Hinzufügen eines eigenständigen EM-ETFs ergibt Sinn, wenn Sie das Gewicht der Schwellenländer bewusst und gezielt erhöhen möchten. Hinweise zur Gesamtallokation finden Sie unter wie Sie Ihr erstes Portfolio aufbauen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Emerging Markets und Frontier Markets?

Emerging Markets sind weiter entwickelte Volkswirtschaften mit zugänglicheren Kapitalmärkten (China, Indien, Brasilien). Frontier Markets sind noch weniger entwickelt, weniger liquide und für ausländische Investoren weniger zugänglich — Vietnam, Nigeria, Kenia. Siehe auch den Artikel über Frontier-Märkte.

Ist China ein Risiko im EM-Index?

Ja. China ist typischerweise die größte Komponente des MSCI EM. Geopolitische Spannungen, regulatorische Eingriffe (wie Beschränkungen chinesischer Technologieunternehmen) oder eine wirtschaftliche Verlangsamung wirken sich daher unverhältnismäßig stark auf den gesamten Index aus.

Soll ich MSCI EM oder FTSE Emerging wählen?

Der Hauptunterschied liegt in der Klassifizierung Südkoreas — MSCI ordnet es den EM zu, FTSE den Industrieländern. Ansonsten sind die Fonds sehr ähnlich. Aktuelle Zusammensetzungen stets auf der Website des Indexanbieters oder auf justETF verifizieren.

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