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Schwellenmärkte: Große Chance und großes Risiko in einem Paket
Das Wichtigste
- Schwellenmärkte sind Volkswirtschaften mit schnellem Wachstum, aber schwächerem institutionellem Schutz für Anleger — das bringt höheres Potenzial und höheres Risiko.
- China allein macht über 25 % des MSCI Emerging Markets Index aus — die Konzentration auf ein Land mit politischen Risiken ist erheblich.
- Währungsrisiko ist entscheidend: Eine Abschwächung der Lokalwährungen gegenüber Euro oder Dollar senkt die Rendite, selbst wenn der lokale Markt wächst.
- Schwellenmärkte funktionieren am besten als Ergänzung zu entwickelten Märkten, nicht als Ersatz — eine vernünftige Gewichtung ist 10–20 % des Aktienanteils eines Portfolios.
Schwellenmärkte sind Volkswirtschaften in einer Phase der raschen Entwicklung mit einer wachsenden Mittelschicht, aber gleichzeitig mit schwächerem institutionellem Schutz für Anleger, höherer politischer Instabilität und volatileren Währungen — deshalb bieten sie höheres Potenzial, aber auch höheres Risiko als entwickelte Märkte.
Was Schwellenmärkte umfassen
Der MSCI Emerging Markets Index deckt rund 24 Länder ab. Die größten sind China, Indien, Taiwan, Südkorea (bei MSCI noch in EM), Brasilien und Saudi-Arabien. Insgesamt sind es rund 1.400 Unternehmen.
China allein macht über ein Viertel des Index aus. Das ist eine Schlüsselinformation: Der Kauf eines „Schwellenmarkt-ETF" bedeutet keine gleichmäßige Exposition gegenüber Dutzenden von Ländern — es bedeutet vor allem eine Wette auf China.
Warum sie attraktiv sind
- Schneller wachsende Volkswirtschaften als die entwickelte Welt
- Wachsende Konsumentenschicht in Asien und Afrika
- Relativ geringe Korrelation mit dem US-Markt (zumindest teilweise)
- Historisch niedrigere Bewertungen als entwickelte Märkte
Reale Risiken, die nicht ignoriert werden können
Politisches Risiko: China kann über Nacht die Branchenregulierung ändern — der Technologiesektor hat das 2020–2021 erlebt, als die chinesische Regierung hart gegen die größten Technologieunternehmen vorging. Das Ergebnis waren Kursrückgänge von Dutzenden von Prozent.
Währungsrisiko: Der brasilianische Real, die indische Rupie oder der chinesische Yuan können gegenüber dem Euro erheblich schwächer werden. Lokale Aktien können steigen, aber die Euro-denominierte Rendite wird niedriger oder negativ sein.
Liquidität und Transparenz: Kleinere Märkte wie Vietnam oder Ägypten haben eine geringere Liquidität und schwächere Unternehmensberichterstattung als die USA oder Europa.
Wie Sie als tschechischer Anleger in EM investieren
Der beste Weg ist ein irisches UCITS-ETF auf MSCI Emerging Markets oder FTSE Emerging Markets. Für China gibt es auch spezialisierte ETFs — diese werden im Artikel China im Portfolio behandelt. Der Drei-Jahres-Steuertest gilt genauso wie bei anderen ETFs, wie die ETF-Steuerübersicht für Tschechien erläutert.
Häufige Fragen
Was sind Schwellenmärkte?
Entwicklungsmärkte — Volkswirtschaften in einer Phase des raschen Wachstums wie China, Indien oder Brasilien. Im Vergleich zu entwickelten Märkten bieten sie höheres Potenzial, aber auch höheres Risiko: politische Instabilität, schwächerer Anlegerschutz, Währungsvolatilität.
Warum hat China ein so großes Gewicht im EM-Index?
Weil es die weltweit größte Schwellenmarktwirtschaft mit enormer Marktkapitalisierung ist. Im MSCI EM macht es über 25 % des Gewichts aus. Der Kauf eines EM-ETF ist daher zu einem großen Teil eine Wette auf die Entwicklung des chinesischen Marktes.
Ist das Währungsrisiko bei Schwellenmärkten groß?
Ja. Lokalwährungen (Real, Rupie, Yuan) können gegenüber dem Euro erheblich schwächer werden. Selbst wenn der lokale Markt wächst, kann ein Währungsverlust die Euro-denominierte Rendite erheblich senken oder vollständig eliminieren.
Wie viel Prozent des Portfolios sollte in Schwellenmärkte fließen?
Die Finanzliteratur nennt am häufigsten 10–20 % des Aktienanteils als vernünftige Ergänzung zu entwickelten Märkten. Es hängt von Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Anlagehorizont ab. Dies ist keine Anlageberatung — das ist nur die allgemein genannte Bandbreite.