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China im Portfolio: Wie man über ETFs investiert und welche Risiken man nicht übersehen darf
Das Wichtigste
- China macht über 25 % des MSCI Emerging Markets und rund 3 % des MSCI ACWI aus — ein passiver Anleger hält China automatisch, ohne es notwendigerweise zu wissen.
- Das politische Risiko in China ist strukturell: Die Regierung kann über Nacht die Regeln für ganze Branchen ändern, wie die regulatorischen Eingriffe im Tech-Sektor 2020–2021 zeigten.
- Viele in den USA notierte chinesische Aktien sind VIE-Strukturen — technisch gesehen besitzen Sie keine Anteile an einem chinesischen Unternehmen, sondern eine Mantelgesellschaft. Das bringt zusätzliches rechtliches Risiko.
- Der chinesische Renminbi (Yuan) ist eine verwaltete Währung — ein direkter Vergleich mit frei schwankenden Währungen ist schwierig, und das Währungsrisiko ist weniger vorhersehbar.
China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und Heimat Hunderter global interessanter Unternehmen — aber das Investieren in chinesische Aktien birgt Risiken, die es in entwickelten Märkten nicht gibt und die nicht übersehen werden können.
Wie China in globale Indizes passt
China macht rund 25–30 % des MSCI Emerging Markets aus. Im MSCI ACWI sind es rund 3 %. Wer einen globalen ETF oder Emerging-Markets-ETF hält, hält chinesische Aktien automatisch — möglicherweise ohne es zu wissen. Es ist daher gut zu verstehen, was das mit sich bringt.
Chinesische Aktien werden an mehreren Märkten gehandelt: der Shanghaier und Shenzhen Börse (A-Aktien in Yuan), der Hongkonger Börse (H-Aktien) und amerikanischen Börsen (ADRs). Seit 2018 umfasst MSCI A-Aktien, wenn auch mit einem geringeren Gewicht, als Chinas wirtschaftliche Größe nahelegen würde.
Politisches Risiko: die größte Gefahr
Im Jahr 2020 startete die chinesische Regierung eine Reihe von regulatorischen Eingriffen im Technologiesektor. Die Ziele waren Unternehmen wie Alibaba, Tencent, Didi oder Bildungsplattformen. Das Ergebnis waren Kurseinbrüche von 50–80 % in relativ kurzer Zeit — nicht aufgrund schlechter Unternehmensergebnisse, sondern aufgrund einer politischen Entscheidung.
Dieses Risiko ist strukturell, nicht außergewöhnlich. Die Kommunistische Partei Chinas behält sich das Recht vor, in jede Branche einzugreifen, die sie als strategisch wichtig oder gesellschaftlich problematisch erachtet.
Wie man über ETFs in China investiert
- Breites EM ETF — automatische Exposition gegenüber China im gesamten EM-Korb
- MSCI China ETF — konzentriert sich rein auf chinesische Aktien aller Börsen
- China A-Aktien ETF — nur Aktien an chinesischen Inlandsbörsen
Irische UCITS-ETFs sind bei Standardbrokern verfügbar. Bei der Wahl eines China-ETF achten Sie auf TER und Methodik — verschiedene Indizes umfassen verschiedene Arten chinesischer Aktien.
Eine realistische Risikobewertung
China ist nicht automatisch eine schlechte Investition — es ist eine Investition mit einem anderen Risikoprofil. Wer das akzeptiert und Exposition möchte, kann sie über ein EM ETF oder einen spezialisierten Fonds erhalten. Wer regulatorischen und geopolitischen Risiken ausweichen möchte, kann die EM-Komponente aus seinem Portfolio ausschließen oder begrenzen. Details zu einem umfassenden Ansatz gegenüber Schwellenmärkten beschreibt der Schwellenmarkt-Artikel. Dies ist keine Anlageberatung — erwägen Sie vor Investitionsentscheidungen Ihre eigene Situation oder konsultieren Sie einen Fachmann. Zur steuerlichen Behandlung für tschechische Anleger: ETF-Steuern in Tschechien.
Häufige Fragen
Wie sind chinesische Aktien in globalen ETFs enthalten?
China macht rund 25–30 % des MSCI Emerging Markets und rund 3 % des MSCI ACWI aus. Wer einen breiten EM ETF oder einen globalen ACWI-Fonds hält, hält chinesische Aktien automatisch — ohne es notwendigerweise zu wissen.
Was ist eine VIE-Struktur und warum ist sie riskant?
Eine VIE (variable interest entity) ist eine Mantelgesellschaft, über die ein ausländischer Anleger ein wirtschaftliches Interesse an den Gewinnen eines chinesischen Unternehmens erhält — aber kein direktes Eigentum. Das chinesische Recht verbietet Ausländern den Besitz von Anteilen in strategischen Branchen. Wenn China diese Konstruktion anficht, könnte ein Anleger den gesamten Wert verlieren.
Wie groß war das politische Risiko beim Tech-Eingriff 2020–2021?
Massiv. Alibaba, Tencent und andere Technologieunternehmen verloren 50–80 % ihres Wertes — nicht aufgrund schlechter Ergebnisse, sondern aufgrund regulatorischer Maßnahmen der Kommunistischen Partei. Das veranschaulicht, wie politisches Risiko in China funktioniert: schnell, unerwartet und tiefgreifend.
Ergibt es heute Sinn, in China zu investieren?
Es hängt von der Risikobereitschaft ab. China bietet Exposition gegenüber der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mit attraktiven Bewertungen. Gleichzeitig bringt es politisches, rechtliches und Währungsrisiko über andere Märkte hinaus. Die Entscheidung sollte bewusst und nicht zufällig sein.