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Wie man mit Volatilität zu Jahresbeginn umgeht: ein Leitfaden für den ruhigen Anleger
Das Wichtigste
- Volatilität ist ein natürlicher Bestandteil des Investierens in Aktien — ohne sie gäbe es keine Risikoprämie.
- Regelmäßiges Investieren (DCA) beseitigt den Stress des Timings und mittelt die Kaufpreise über Schwankungen hinweg.
- Panikverkäufe bei einem Rückgang sind die häufigste Art, wie Anleger ihr langfristiges Ergebnis selbst beschädigen.
- Die tägliche Überprüfung des Portfolios erhöht das emotionale Engagement, ohne für einen langfristigen Anleger informationellen Mehrwert zu schaffen.
- Die Schlüsselfrage in Zeiten der Volatilität: Haben sich die Fundamentaldaten meiner Anlagethese geändert? Wenn nicht, ist Handeln in der Regel nicht notwendig.
Warum der Jahresbeginn an den Märkten chaotisch ist
Die ersten Monate eines neuen Jahres sind historisch gesehen eine der volatilsten Phasen an den Aktienmärkten. Anleger überprüfen ihre Portfolios nach der Jahresbilanz, die ersten Unternehmensergebnisse für das Vorjahr treffen ein, Zentralbanken signalisieren ihre Pläne und die Medien sind voller Prognosen. All diese Impulse treffen gleichzeitig aufeinander und die Märkte reagieren mit Bewegungen in beide Richtungen. Das Ergebnis ist ein psychologischer Test — besonders für weniger erfahrene Anleger.
Volatilität ist kein Problem, sondern eine Voraussetzung für Rendite
Das ist wahrscheinlich das Wichtigste, das sich ein langfristiger Anleger einprägen muss: Volatilität ist kein Feind, es ist der Preis, den wir für die höhere Rendite von Aktien gegenüber Anleihen oder Bargeld zahlen. Ohne Schwankungen würden Aktien keine Risikoprämie bieten und alle würden sie kaufen — womit sie die Prämie eliminieren würden.
Volatilität schmerzt psychologisch, nicht mathematisch. Ein Portfolio, das um 20 % fällt und dann um 25 % steigt, ist mehr wert als zuvor. Das Problem entsteht, wenn Sie beim Rückgang verkaufen — dann realisieren Sie den Verlust.
Drei Strategien für eine ruhige Volatilitätsphase
- Regelmäßiges Investieren (DCA): Sie investieren unabhängig von den Preisen in regelmäßigen Abständen einen festen Betrag. Sie kaufen beim Rückgang mehr Anteile und beim Anstieg weniger — Sie mitteln die Kostenbasis und eliminieren den Stress des Timings.
- Schauen Sie nicht täglich ins Portfolio: die tägliche Kursbeobachtung erhöht das emotionale Engagement ohne zusätzlichen Informationswert. Ein langfristiger Anleger muss nicht wissen, wo der Markt heute steht — er muss wissen, wo er nach 10 Jahren war.
- Anlagetagebuch: notieren Sie vor einer Investition, warum Sie sie gemacht haben und was Sie sehen müssten, um Ihre Meinung zu überdenken. In Zeiten der Volatilität kehren Sie zu diesem Eintrag zurück — oft werden Sie feststellen, dass sich keiner der Gründe geändert hat.
Was zu beachten und was zu ignorieren ist
Es lohnt sich zu beobachten: ob sich die Fundamentaldaten Ihrer Anlagethese geändert haben, ob Ihre Allokation noch zu Ihrem Horizont und Ihrer Risikotoleranz passt, ob Sie in naher Zukunft Bargeld benötigen. Zu ignorieren: tägliche Indexschwankungen, Medienüberschriften über „den Crash des Jahres", Analystprognosen über spezifische kurzfristige Marktbewegungen.
Wenn Sie sich für die Psychologie des Investierens interessieren, lesen Sie was Risiko ist und wie man es misst. Um zu verstehen, warum ein passiver Ansatz in turbulenten Zeiten in der Regel gewinnt, lesen Sie aktives vs. passives Investieren.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob ein Markteinbruch ein Verkaufssignal ist und nicht nur Volatilität?
Fragen Sie sich: Haben sich die Fundamentaldaten geändert, warum Sie die Investition halten? Wenn Sie einen globalen Index gekauft haben und die globale Wirtschaft noch funktioniert, ist ein kurzfristiger Rückgang kein Verkaufssignal — es ist Volatilität.
Macht es Sinn, Aktien beim Einbruch zu kaufen?
Für einen regelmäßigen Anleger mit DCA-Strategie ja — beim Einbruch kaufen Sie für denselben Betrag mehr Anteile. Der Versuch, das genaue Tief zu timen, ist aber auch bei Profis statistisch erfolglos.
Was ist der VIX und warum beobachten ihn Anleger?
VIX ist der Volatilitätsindex des US-Marktes, abgeleitet von S&P-500-Optionspreisen. Er wird „Angstindex" genannt — ein hoher VIX signalisiert Nervosität am Markt. Für langfristige Anleger ist er eher Kontext als Aktionssignal.