Portfolio a alokace
Portfolio nach Risikoprofil: Drei konkrete Modelle
Das Wichtigste
- Ihr Risikoprofil bestimmt die Allokation, nicht das Performanceziel — entscheiden Sie zuerst, wie viel Drawdown Sie ertragen können, dann bauen Sie auf.
- Ein konservatives Portfolio (30/70) eignet sich für kurzfristige Ziele oder geringe Toleranz gegenüber Drawdown-Stress.
- Ein ausgewogenes Portfolio (60/40) ist der klassische Ausgangspunkt für mittelfristige Ziele mit moderater Volatilität.
- Ein dynamisches Portfolio (90/10 oder 100/0) eignet sich für langfristige Horizonte und Anleger, die Drawdowns standhalten.
- Ein Portfoliomodell ist nicht dauerhaft — es ändert sich mit Alter, Einkommen und näher rückendem Ziel.
Das Risikoprofil eines Anlegers sagt, wie viel kurzfristigen Verlust Sie bereit sind zu akzeptieren im Austausch für eine höhere langfristige Rendite — und davon hängt die gesamte Portfolioallokation ab.
Wie man das eigene Risikoprofil bestimmt
Zwei Schlüsselfragen:
- Finanzielle Kapazität: wie lange brauche ich das Geld nicht? Kürzerer Horizont = geringeres Risiko.
- Psychologische Toleranz: wie reagiere ich, wenn das Portfolio um 30 % fällt? Wenn Sie das nachts wachhält, reduzieren Sie das Risiko.
Broker und Banken haben meist standardisierte Fragebögen. Das Ergebnis ist nur orientierend, hilft aber als Ausgangspunkt.
Modell 1: Konservatives Portfolio (30/70)
Zusammensetzung: ~30 % Aktien-ETF, ~70 % Anleihen / Geldmarktfonds. Geeignet für Horizonte bis 5 Jahre oder Anleger mit geringer Toleranz für Schwankungen. Der maximale historische Drawdown eines ähnlichen Mixes liegt bei etwa 15–20 %. Die Rendite ist niedriger, aber vorhersehbarer.
Modell 2: Ausgewogenes Portfolio (60/40)
Zusammensetzung: ~60 % Aktien, ~40 % Anleihen. Das klassische Modell mit jahrzehntelanger Tradition. Historischer maximaler Drawdown liegt bei etwa 30 %. Geeignet für Horizonte von 7–15 Jahren und Anleger, die Wachstum wollen, aber extreme Volatilität nicht mögen.
Modell 3: Dynamisches Portfolio (90/10 oder 100/0)
Zusammensetzung: 90–100 % globale Aktien, der Rest Bargeld oder kurzfristige Anleihen. Für Anleger mit einem Horizont von 15+ Jahren und der Fähigkeit, einen Drawdown von 40–50 % ohne Panik zu überstehen. Historisch höchste durchschnittliche Rendite, aber auch höchste Volatilität. Siehe Was ist der S&P 500 als Beispiel für die Aktienkomponente.
Wie Modelle kombiniert werden
Verschiedene Modelle können gleichzeitig für verschiedene Ziele passen: ein dynamisches Portfolio für die Rente in 25 Jahren und ein konservatives für den Wohnungskauf in 4 Jahren. Bauen Sie „Eimer" separat auf. Wie sich die Allokation mit dem näher rückenden Ziel ändert, erklärt der Artikel über den Glide Path.
Häufige Fragen
Was ist das Risikoprofil eines Anlegers?
Eine Kombination aus finanzieller Kapazität (wie lange Sie das Geld nicht benötigen) und psychologischer Toleranz (wie sehr Sie ein Portfoliorückgang stresst). Es beeinflusst, wie viel des Portfolios in volatile Assets (Aktien) versus stabilere (Anleihen, Bargeld) investiert wird.
Gilt das 60/40-Modell noch?
Das 60/40-Modell war jahrzehntelang ein Referenzpunkt, aber in Phasen höherer Inflation oder korrelierter Rückgänge bei Aktien und Anleihen gleichzeitig kann es negativ überraschen. Es bleibt ein vernünftiger Ausgangspunkt für Anleger mit mittlerem Risikoprofil.
Kann ein junger Anleger ein konservatives Portfolio haben?
Ja — wenn sein Ziel kurzfristig ist (Wohnungskauf in 3 Jahren) oder er wirklich eine niedrige psychologische Toleranz hat. Das Alter allein ist nicht das einzige Kriterium. Wichtiger sind der Horizont des spezifischen Ziels und ob ein Rückgang zu einem Verkauf führen würde.
Wie baut man ein dynamisches Portfolio möglichst einfach auf?
Ein globales Aktien-ETF (All World oder S&P 500) macht 90–100 % des Portfolios aus. Dazu ein kurzfristiges Anleihen- oder Geldmarkt-ETF als Puffer. Drei Komponenten? Fügen Sie ein thematisches oder Dividenden-ETF hinzu. Weniger Komponenten bedeutet einfacheres Rebalancing.