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Glide Path: Wie Sie das Portfoliorisiko mit näher rückendem Ziel schrittweise reduzieren
Das Wichtigste
- Ein Glide Path schützt den Anleger davor, Geld kurz nach einem großen Markteinbruch abzuheben.
- Die Umschichtung von Aktien zu Anleihen sollte schrittweise erfolgen — nicht einmalig, nicht panisch.
- Typische Regel: 5–10 Jahre vor dem Ziel mit der jährlichen Reduzierung der Aktienkomponente um 5–10 Prozentpunkte beginnen.
- Zieldatum-Fonds automatisieren den Glide Path, haben aber meist einen höheren TER.
- Bei der Rente endet der Glide Path nicht am Rentenbeginn — er setzt sich noch weitere 20–30 Jahre fort.
Ein Glide Path ist ein geplanter Übergang von einem wachstumsorientierten (aktienbetonten) Portfolio zu einem konservativeren (anleihenbetonten) Portfolio, wenn das Auszahlungsdatum näher rückt. Das Ziel ist Schutz, nicht Renditemaximierung.
Warum der Glide Path existiert
Stellen Sie sich vor, Sie haben Ihr ganzes Leben für die Rente gespart und ein Jahr vor dem Renteneintritt fallen die Märkte um 40 %. Wenn Sie ein 100-%-Aktienportfolio halten, verlieren Sie plötzlich 40 % des Angesammelten und können nicht weitere 10 Jahre auf eine Erholung warten. Der Glide Path eliminiert dieses Szenario, indem er die Portfoliovolatilität in der kritischen Phase schrittweise reduziert.
Wie man einen Glide Path praktisch umsetzt
Eine einfache Regel: 5–10 Jahre vor dem Ziel jährlich 5–10 Prozentpunkte von Aktien in Anleihen oder Geldmarktinstrumente verschieben. Beispiel:
- 10 Jahre vor dem Ziel: 90 % Aktien, 10 % Anleihen
- 7 Jahre vor dem Ziel: 70 % Aktien, 30 % Anleihen
- 5 Jahre vor dem Ziel: 60 % Aktien, 40 % Anleihen
- 2 Jahre vor dem Ziel: 40 % Aktien, 60 % Anleihen/Geldmarkt
Zieldatum-Fonds als Alternative
Target Date Fonds (z. B. „Target 2045") ändern die Allokation automatisch. Sie zahlen einen höheren TER (typischerweise 0,10–0,35 % über einem klassischen ETF), eliminieren aber das manuelle Rebalancing. In Europa sind sie weniger verbreitet als in den USA, aber verfügbar.
Glide Path für verschiedene Ziele
Dasselbe Prinzip gilt auch für kürzere Ziele — Wohnungskauf in 5 Jahren, Ausbildung des Kindes. Start: höhere Aktienkomponente für Ertrag. Ende: Übergewicht sicherer Instrumente. Verknüpfen Sie dies damit, wie Sie ein Portfolio aufbauen von Anfang an und mit den Modellen für verschiedene Risikoprofile im nächsten Artikel.
Häufige Fragen
Was ist ein Glide Path einfach erklärt?
Eine geplante, schrittweise Reduzierung des Portfoliorisikos, wenn das Auszahlungsdatum näher rückt. Typischerweise ein Übergang von dominierenden Aktien zu Anleihen und Geldmarktinstrumenten in den letzten 5–10 Jahren vor dem Ziel.
Wann sollte man mit dem Glide Path beginnen?
Im Allgemeinen 5–10 Jahre vor der geplanten Auszahlung. Je größer das Risiko im Portfolio und je weniger Sie sich einen Verlust leisten können, desto früher beginnen Sie. Für die Rente mit einem Horizont von 25+ Jahren beginnen Sie den Übergang etwa 10 Jahre vor dem Renteneintritt.
Ist ein Zieldatum-Fonds oder ein selbstverwalteter Glide Path besser?
Das hängt von Ihren Präferenzen ab. Ein selbstverwalteter Glide Path ist günstiger (niedrigerer TER), erfordert aber jährliches manuelles Rebalancing. Ein Zieldatum-Fonds automatisiert dies gegen eine leicht höhere Gebühr. Für Anleger, die sich nicht um Details kümmern wollen, ist die Automatisierung in der Regel die bessere Wahl.
Gilt ein Glide Path auch für kürzere Ziele (Wohnung in 5 Jahren)?
Ja. Bei einem 5-jährigen Horizont könnte der Ausgangspunkt 60–70 % Aktien, 30–40 % konservative Komponente sein. Zwei Jahre vor der Auszahlung auf 20–30 % Aktien wechseln. Das Ziel ist dasselbe: das Angesammelte vor einem Einbruch kurz vor der Auszahlung schützen.