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Warum die USA globale Indizes dominieren und was das für Ihr Portfolio bedeutet
Das Wichtigste
- Die USA machen 60–70 % des MSCI World und über 60 % des FTSE All-World aus — diese Dominanz spiegelt die tatsächliche Marktkapitalisierung wider, keine bewusste Übergewichtung.
- Amerikanische Technologieunternehmen wuchsen im letzten Jahrzehnt deutlich schneller als der Rest der Welt und erhöhten damit ihren Anteil in den Indizes.
- Ein hoher US-Anteil bringt Währungsrisiko mit sich: Eine Abschwächung des Dollars gegenüber der Krone oder dem Euro senkt die Rendite für tschechische Anleger.
- Konzentration in den USA ist nicht unbedingt ein Fehler, aber eine bewusste Ergänzung um Europa oder Schwellenmärkte kann die Abhängigkeit von einer einzigen Volkswirtschaft moderat verringern.
Die USA machen rund 60–70 % der Marktkapitalisierung in globalen Aktienindizes aus — und diese Dominanz ist nicht das Ergebnis einer bewussten Übergewichtung, sondern spiegelt einfach wider, wo sich die größten und wertvollsten Unternehmen der Welt befinden.
Warum die USA in Indizes so groß sind
Aktienindizes gewichten Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Ein Unternehmen ist so viel wert, wie Anleger bereit sind, für seine zukünftigen Gewinne zu zahlen. Amerikanische Unternehmen — insbesondere im Technologiebereich — haben es geschafft, globale Unternehmen mit enormen Margen aufzubauen. Apple, Microsoft, Nvidia, Alphabet und Amazon sind globale Monopolisten oder Duopolisten in ihren jeweiligen Kategorien.
Das Ergebnis: Im S&P 500 steckt mehr Wert als in allen europäischen Indizes zusammen. Und ein globaler Index spiegelt diese Realität einfach wider.
Historische Dominanz und ihre möglichen Enden
Das ist kein Naturgesetz. In den 1980er und 1990er Jahren dominierte Japan — dann kam das verlorene Jahrzehnt. Um die Jahrtausendwende sprach man vom Aufstieg Europas. Historische Zyklen zeigen, dass sich regionale Dominanz verschiebt. Die US-Gewichtung in Indizes ist heute historisch hoch — das bedeutet nicht, dass eine Korrektur kommt, aber es ist eine Information, die Beachtung verdient.
Was das für Ihr Portfolio bedeutet
- Ein globaler ETF übergewichtet die USA automatisch — bewusst oder nicht
- Das Hinzufügen eines europäischen oder Schwellenmarkt-ETF verringert moderat die Abhängigkeit von den USA
- Der S&P 500 allein ist eine reine Wette auf die USA — mit Vor- und Nachteilen
Wie man über ein globales vs. amerikanisches Portfolio nachdenken sollte, zeigt der Vergleich All-World vs. S&P 500. Wie man ein erstes Portfolio mit vernünftiger geografischer Diversifikation zusammenstellt, erklärt der Leitfaden zum ersten Portfolio.
Häufige Fragen
Warum haben die USA ein so großes Gewicht im MSCI World?
Weil amerikanische Unternehmen die größte Marktkapitalisierung der Welt haben. Indizes gewichten Unternehmen nach Marktwert — und dieser wird von den USA dominiert, insbesondere durch Technologiegiganten wie Apple, Microsoft oder Nvidia.
Ist die Konzentration in den USA ein Risiko?
Es ist eine bewusste Entscheidung, kein Fehler. Historisch hat es gut funktioniert. Aber Dominanz kann sich verschieben — Japan war einmal auch dominant. Das Hinzufügen anderer Regionen zum Portfolio verringert die Abhängigkeit von einer einzigen Volkswirtschaft.
Wie beeinflusst der Dollarkurs die Rendite tschechischer Anleger?
Erheblich. US-Aktien sind in Dollar. Wenn der Dollar gegenüber der Krone schwächer wird, sinkt Ihre Euro- oder Kronen-denominierte Rendite. In den letzten 20 Jahren hat der Dollar gegenüber der Krone grob stagniert, aber die Schwankungen sind groß.
Soll ich den S&P 500 oder lieber einen globalen Index kaufen?
Der S&P 500 gibt vollständige Exposition gegenüber den USA; ein globaler Index fügt Japan, Europa und Schwellenmärkte hinzu. Aus Diversifikationssicht ist der globale Index theoretisch besser — in der Praxis hängt es von Ihrer Einschätzung des amerikanischen Marktes ab.