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Investieren in der Europäischen Union: Chancen, Risiken und ETFs

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Das Wichtigste

Der europäische Aktienmarkt ist einer der entwickeltsten und liquidesten der Welt, wird aber von tschechischen Privatanlegern oft zugunsten amerikanischer Aktien übersehen. Unternehmen wie ASML, LVMH, Nestlé, SAP oder Novo Nordisk gehören zur globalen Elite. Was bietet der europäische Markt und wie kann man ihn effizient über UCITS-ETFs erschließen?

Was macht den europäischen Aktienmarkt aus?

Wenn wir vom „europäischen Markt" sprechen, meinen wir in der Regel die Indizes MSCI Europe oder STOXX Europe 600. Beide decken große und mittelgroße europäische Unternehmen ab, wobei STOXX 600 auch die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich — also Länder außerhalb der Europäischen Union — einschließt. Der Index ist sektoral gut diversifiziert: Industrie, Finanzen, Gesundheitswesen, Konsumgüter und Technologie. Im Gegensatz zum US-amerikanischen S&P 500 nimmt die Technologie hier keinen dominanten Anteil ein. Mehr über wie Aktienindizes funktionieren.

Warum Europa ins Portfolio aufnehmen?

Das Hauptargument ist Diversifikation gegenüber den USA. Der US-Aktienmarkt macht einen großen Teil globaler All-World-Indizes aus — das Hinzufügen eines europäischen ETF erhöht das europäische Gewicht gezielt. Europäische Aktien werden tendenziell mit niedrigeren Kurs-Gewinn-Verhältnissen bewertet als US-Aktien, was auf bessere Bewertungen hindeuten kann (aber nicht muss). Für tschechische Anleger gilt zudem: ein starker Euro gegenüber CZK schützt den realen Wert Euro-denominierter Anlagen.

Tipp: Wenn Sie einen globalen VWCE oder FWRG besitzen, ist Europa bereits mit seinem ungefähren Marktkapitalisierungsgewicht vertreten. Das Hinzufügen eines eigenständigen europäischen ETFs ergibt nur Sinn, wenn Sie das europäische Gewicht gezielt über die im globalen Index implizierte Höhe hinaus erhöhen möchten.

Risiken des Europainvestments

Europa hat spezifische Risiken, die nicht ignoriert werden können:

Wie investiert man über UCITS-ETFs?

Es gibt eine Reihe hochwertiger und liquider UCITS-ETFs auf europäische Märkte: Fonds, die MSCI Europe, STOXX Europe 600 oder EURO STOXX 50 abbilden. Das irische Domizil dieser Fonds ist steuerlich vorteilhaft — mehr im Artikel über irisches Domizil von UCITS-ETFs. Bei der Auswahl prüfen Sie TER, thesaurierende vs. ausschüttende Anteilsklasse (siehe Acc vs. Dist Vergleich) und tägliche Handelsvolumina. Eine Übersicht der Fonds finden Sie im ETF-Navigator.

Europa als Teil eines ausgewogenen Portfolios

Für einen auf globale Diversifikation ausgerichteten Anleger ist Europa ein natürlicher Portfoliobestandteil — entweder automatisch über ein All-World-ETF oder gezielt über einen dedizierten Europa-Fonds. Entscheidend ist zu wissen, warum man ihn im Portfolio hat, welches Gewicht man ihm zuweist und wie man diese Allokation regelmäßig rebalanciert.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen MSCI Europe und STOXX Europe 600?

MSCI Europe deckt ausschließlich europäische Industrieländer ab. STOXX Europe 600 umfasst auch die Schweiz, Norwegen und das Vereinigte Königreich — Länder außerhalb der EU, aber geografisch in Europa. Zusammensetzung und Gewichtungen unterscheiden sich. Aktuelle Zusammensetzung stets auf der Website des Indexanbieters überprüfen.

Sollte ich neben VWCE einen eigenständigen Europa-ETF hinzufügen?

Das hängt von Ihrer gewünschten Allokation ab. VWCE enthält Europa automatisch mit seinem Marktkapitalisierungsgewicht. Das Hinzufügen eines Europa-ETFs erhöht das europäische Gewicht über diesen Durchschnitt. Es ist eine aktive Entscheidung — keine Notwendigkeit.

Sind europäische Aktien günstiger als amerikanische?

Europäische Aktien werden historisch mit niedrigeren KGVs bewertet als US-Aktien. Das kann auf bessere Bewertungen hindeuten, kann aber auch geringeres erwartetes Wachstum oder eine höhere Risikoprämie widerspiegeln. Günstig bedeutet nicht automatisch eine gute Investition.

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