Strategie
Core-Satellite vs. rein passiver Ansatz: Was wählen?
Das Wichtigste
- Core-Satellite hält 70–90 % in einem passiven Index-ETF und den Rest in aktiven Wetten.
- Der Satellit darf ein Faktor-ETF, eine Sektorwette oder Einzelaktien sein — keine undisziplinierte Spekulation.
- Ein rein passiver Ansatz ist einfacher, günstiger und für die meisten Anleger ausreichend.
- Eine Satellitenkomponente macht nur Sinn, wenn Sie sie verstehen und klare Ein- und Ausstiegsregeln haben.
- Regelmäßiges Rebalancing verhindert, dass der Satellit sein erlaubtes Gewicht überschreitet.
Die Core-Satellite-Strategie teilt das Portfolio in ein passives Fundament (Core) mit 70–90 % und eine kleinere aktive Komponente (Satellit), die bewusst auf bestimmte Faktoren, Sektoren oder Einzelchancen setzt.
Wie Core-Satellite funktioniert
Das Portfolio-Fundament besteht aus einem oder zwei globalen Index-ETFs — typischerweise eine Kombination aus Weltaktien und Anleihen. Dieser Teil wird nicht angetastet und reinvestiert automatisch. Die Satellitenkomponente (10–30 %) ist ein Raum für informierte aktive Entscheidungen: Faktor-ETFs (Momentum, Value, Quality), Sektor-ETFs (Technologie, Gesundheitswesen) oder im Extremfall Einzelaktien.
- Vorteil: Begrenzt den Schaden aus einer schlechten aktiven Entscheidung auf einen kleineren Teil des Portfolios.
- Vorteil: Befriedigt das Bedürfnis, „etwas zu tun", ohne das Gesamtziel zu gefährden.
- Nachteil: Höhere Komplexität, mehr Überwachung, potenziell höhere Steuerbelastung durch den Satelliten.
Rein passiver Ansatz: Weniger ist mehr
Ein rein passiver Anleger hält ein oder zwei ETFs, kauft regelmäßig nach und ignoriert den Markt. Kosten sind minimal, Steueroptimierung maximal (bei Verwendung thesaurierender ETFs und des Zeitfenster-Tests) und die kognitive Belastung gering. Diese Strategie übertrifft die meisten aktiv gemanagten Fonds auf einem 10+-Jahres-Horizont — durch Forschung und Praxis gleichermaßen belegt.
Wann Core-Satellite sinnvoll ist
Core-Satellite ist vernünftig, wenn Sie eine spezifische These haben (zum Beispiel „Schwellenmärkte sind strukturell unterbewertet und ich möchte meine Exposition erhöhen") oder wenn Sie nach einem Weg suchen, dem Portfolio eine Faktorprämie (Value, Small Cap) hinzuzufügen, ohne vollständige aktive Verwaltung. Für den rein passiven Ansatz und einen tieferen Strategievergleich empfehlen wir den Artikel über aktives vs. passives Investieren. Eine Übersicht verfügbarer ETFs findet sich in der ETF-Sektion.
Wie man rebalanciert
Der Satellit muss ein vordefiniertes maximales Gewicht haben — und Sie müssen es durchsetzen. Ohne regelmäßiges Rebalancing kann aus einem 15%-Satelliten eine 30%-Dominanzposition werden. Rebalancing behandeln wir ausführlich in einem eigenen Artikel.
Häufige Fragen
Was ist eine Core-Satellite-Strategie?
Ein Ansatz, der das Portfolio in ein passives Fundament (70–90 % in einem Index-ETF) und eine kleinere aktive Komponente (10–30 %) aufteilt, wo der Anleger bewusst auf Faktoren, Sektoren oder Einzelaktien mit einer spezifischen These setzt.
Für wen ist Core-Satellite geeignet?
Für Anleger, die ein passives Fundament mit einer spezifischen These (Faktor, Sektor, Region) ergänzen möchten, aber kein vollständig aktives Portfolio verwalten wollen. Nicht geeignet für diejenigen, die keinen klaren Grund für Satellitenpositionen haben.
Ist rein passives Investieren besser?
Für die meisten Privatanleger ja — einfacher, günstiger, steuerlich effizienter und historisch besser abschneidend als die meisten aktiven Ansätze auf einem 10+-Jahres-Horizont. Core-Satellite schafft nur mit einer spezifischen, informierten These einen Mehrwert.
Wie groß sollte der Satellit sein?
Maximal 20–30 % des Portfolios, idealerweise 10–15 % für Anfänger. Entscheidend ist ein vordefiniertes Limit und regelmäßiges Rebalancing, damit der Satellit sein erlaubtes Gewicht nicht überschreitet.