ETF základy
Was ist der Spread bei einem ETF und wie verliert man dabei kein Geld
Das Wichtigste
- Der Spread (Bid-Ask-Spread) ist die Differenz zwischen Briefkurs (den Sie beim Kauf zahlen) und Geldkurs (den Sie beim Verkauf erhalten) — Sie zahlen ihn bei jedem Kauf und Verkauf.
- Bei großen liquiden ETFs beträgt der Spread typischerweise 0,01–0,05 % — gering, aber vorhanden. Bei weniger liquiden Fonds kann er 0,5 % oder mehr betragen.
- Der Spread ist kurz nach Börseneröffnung und vor Börsenschluss am breitesten — kaufen Sie in der Mitte des Handelstages.
- Höheres AUM und größere Handelsvolumina = engerer Spread. Deshalb ist die Fondsgröße wichtig.
- Anders als die TER sehen Sie den Spread nicht in Fondsdokumenten — Sie müssen ihn direkt auf der Plattform bei der Orderaufgabe überwachen.
Der Spread (Bid-Ask-Spread) ist die Differenz zwischen dem Briefkurs (zu dem Sie ein ETF kaufen) und dem Geldkurs (zu dem Sie es verkaufen) — er ist ein versteckter Transaktionskostenfaktor, den Sie bei jedem Handel bezahlen, ohne dass er als Gebühr erscheint.
Wie der Spread in der Praxis funktioniert
Stellen Sie sich vor, ein ETF hat einen Geldkurs von 99,95 EUR und einen Briefkurs von 100,05 EUR. Spread = 0,10 EUR, also 0,10 %. Wenn Sie zu 100,05 kaufen und sofort zu 99,95 verkaufen, verlieren Sie 0,10 % ohne jede Marktbewegung. Bei einer großen Investition oder häufigem Handeln addiert sich das.
Wie groß ist der Spread bei ETFs typischerweise?
- Große globale Index-ETFs (MSCI World, S&P 500): 0,01–0,05 % — vernachlässigbar bei langfristigen Investitionen.
- Mittelgroße ETFs: 0,05–0,20 % — noch akzeptabel, aber beachtenswert.
- Kleine oder exotische ETFs (Themen-Fonds, enge Sektoren): 0,20–1 % oder mehr — Vorsicht ist geboten.
Wann ist der Spread am gefährlichsten?
Der Spread weitet sich in drei Situationen aus:
- Unmittelbar nach Börseneröffnung (erste 30 Minuten): Market Maker sind vorsichtig und weiten den Spread aus.
- Kurz vor Börsenschluss: geringere Liquidität am Ende der Sitzung.
- Bei Marktausverkäufen oder Krisen: Spreads weiten sich dramatisch aus, weil Market Maker ein größeres Risiko tragen.
Wie prüfe ich den Spread vor dem Kauf?
Direkt in der Brokeroberfläche — bei der Orderaufgabe sehen Sie Geld- und Briefkurs nebeneinander. Auf JustETF zeigt der Reiter „Trading" Spreads für verschiedene Börsen. Achten Sie auf jeden Fall darauf, an welcher Börse Sie ein ETF kaufen — eine große Börse (Xetra, LSE) hat üblicherweise einen engeren Spread als eine kleinere Börse.
Ist der Spread oder die TER der größere Kostenfaktor für langfristige Anleger?
Das hängt von der Handelsfrequenz ab. Wenn Sie ein ETF kaufen und jahrelang halten, ist die TER wichtiger — Sie zahlen sie jedes Jahr. Den Spread zahlen Sie nur beim Kauf und Verkauf. Wenn Sie aber monatlich oder quartalsweise handeln, summiert sich der Spread und verdient Aufmerksamkeit. Mehr zur TER im Artikel über TER. Die vollständige ETF-Auswahl-Checkliste (einschließlich Spread) finden Sie im ETF-Auswahlleitfaden.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung dar.
Häufige Fragen
Was ist der Spread bei einem ETF?
Die Differenz zwischen dem Briefkurs (den Sie beim Kauf zahlen) und dem Geldkurs (den Sie beim Verkauf erhalten). Beim Kauf zahlen Sie den Briefkurs; beim Verkauf erhalten Sie den Geldkurs. Der Spread ist ein versteckter Transaktionskostenfaktor bei jedem Handel — er sieht nicht wie eine Gebühr aus, mindert aber Ihre Rendite.
Welcher Spread ist akzeptabel?
Bei großen globalen Index-ETFs beträgt der Spread typischerweise 0,01–0,05 % — vernachlässigbar bei langfristigen Investitionen. Exotische oder thematische Fonds können Spreads von 0,5 % oder mehr haben. Überprüfen Sie den Spread immer vor dem Kauf in der Brokeroberfläche oder auf JustETF.
Wann ist der Spread am breitesten?
Direkt nach Börseneröffnung und kurz vor Schluss, wenn die Liquidität geringer ist. Auch in Zeiten von Marktnervosität oder Ausverkäufen. Kaufen Sie im ruhigen Teil des Handelstages — ungefähr 10:00 bis 15:30 MEZ für europäische Börsen.
Ist der Spread oder die TER der größere Kostenfaktor für einen langfristigen Anleger?
Die TER. Sie zahlen sie jedes Jahr über die gesamte Haltedauer. Den Spread zahlen Sie nur zweimal — beim Kauf und beim Verkauf. Über einen 10-Jahres-Horizont spielt die jährliche TER eine viel größere Rolle als ein einmaliger Spread bei einem großen liquiden Fonds.