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Oktober und Crashes: Warum dieser Monat einen schlechten Ruf hat — und was man dagegen tun kann
Das Wichtigste
- Oktober 1929 und 1987 zementierten seinen Ruf, aber ein durchschnittlicher Oktober ist wie jeder andere Monat.
- Saisonalität an der Börse ist ein schwaches Signal — es lohnt sich nicht, eine Strategie darauf aufzubauen.
- Wenn die Märkte fallen, ist die richtige Reaktion, nichts zu tun oder nachzukaufen.
- Disziplin und ein Plan sind wertvoller als die Fähigkeit, die Marktstimmung zu lesen.
- Ein Investor mit einem Plan schläft auch im Oktober ruhig.
Der Oktober hat in der Investorenwelt den Ruf eines gefährlichen Monats — wegen zweier konkreter Daten: dem Crash von 1929 und dem Schwarzen Montag 1987. Die Statistik sagt jedoch, dass ein durchschnittlicher Oktober nicht schlechter ist als ein durchschnittlicher Februar.
Woher der Ruf stammt
Der „Oktober-Effekt" entstand nach zwei extremen Ereignissen: Die Große Depression begann am 24. Oktober 1929, und der Schwarze Montag am 19. Oktober 1987 brachte den größten Tagesrückgang in der Geschichte des Dow Jones (über -22 %). Diese Ereignisse prägten sich in das Gedächtnis von Generationen von Anlegern ein. Aber das selektive Erinnern an Crashs bedeutet nicht, dass Oktober systematisch schlechter ist.
Was die Statistik sagt
Betrachtet man die durchschnittlichen monatlichen S&P-500-Renditen über die letzten Jahrzehnte, schneidet der Oktober als durchschnittlicher oder leicht positiver Monat ab. Saisonale Effekte an der Börse existieren — wie „Sell in May" oder die „Weihnachtsrally" — aber sie sind schwach und unvorhersehbar. Auf Basis des Monats im Jahr zu handeln ist eine sehr schlechte Idee. Mehr zu den Grundsätzen des Indexinvestierens unter Was ist ein Aktienindex.
Was zu tun ist (nichts — am Plan festhalten)
Die richtige Reaktion auf den Oktober, auf Zeitungsschlagzeilen über Korrekturen oder auf einen tatsächlichen Markteinbruch ist dieselbe:
- Nicht aus Angst verkaufen — Verkaufen bei einem Rückgang realisiert den Verlust und nimmt Sie aus der Erholung heraus.
- Nachkaufen, wenn Sie Reserven haben — Niedrigere Preise sind eine Chance für langfristige Anleger.
- Regelmäßiges DCA fortsetzen — DCA (Cost-Averaging) kauft automatisch mehr zu niedrigeren Preisen.
Warum Märkte trotz Krisen langfristig wachsen, wird ausführlich in diesem Artikel erläutert. Ein Plan und Disziplin sind ein besserer Schutz als die Angst vor einem bestimmten Monat.
Häufige Fragen
Ist Oktober wirklich gefährlich für den Aktienmarkt?
Statistisch gesehen nicht mehr als andere Monate. Der Ruf des Oktobers kommt von der Großen Depression 1929 und dem Schwarzen Montag 1987 — zwei extremen Ereignissen, die sich ins Gedächtnis eingegraben haben. Der durchschnittliche Oktober ist positiv.
Ist es sinnvoll, im Oktober zu verkaufen und abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt?
Nein. Market-Timing funktioniert nicht — die größten Gewinne kommen zufällig und ohne Vorwarnung. Wer aus Angst verkauft und auf den „richtigen" Moment zur Rückkehr wartet, verpasst ihn in der Regel.
Was ist die beste Strategie für volatile Monate?
Am Plan festhalten. Wenn Sie regelmäßig investieren und ein diversifiziertes Portfolio haben, das Ihrem Zeithorizont entspricht, ist ein volatiler Monat nur Rauschen auf einem langen Weg. Beim Rückgang nachzukaufen ist ein Bonus, keine Pflicht.