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Was tun, wenn der Markt überteuert erscheint
Das Wichtigste
- Das Gefühl, der Markt sei überteuert, ist normal — er schien 1995, 2013 und 2020 teuer, stieg danach aber deutlich.
- Bewertungskennzahlen wie das CAPE haben eher für Jahrzehnte als für Jahre Vorhersagekraft.
- Die richtige Reaktion auf einen „teuren Markt" beinhaltet selten einen vollständigen Rückzug.
- Diversifikation, regelmäßiges Investieren und das Halten einer Barreserve sind praktische Lösungen.
- Für langfristige Anleger ist die im Markt verbrachte Zeit wichtiger als das Timing des Einstiegs.
Das Gefühl, der Markt sei überteuert, ist einer der häufigsten Gründe, warum Menschen das Investieren aufschieben — und gleichzeitig einer der teuersten Fehler, die sie machen können.
Warum „Ich warte auf günstigere Preise" eine gefährliche Strategie ist
Nach den damaligen Maßstäben schien der Markt 1995 überteuert. Dann kam ein fünfjähriger Boom. Er schien 2013 nach der Erholung von der Finanzkrise wieder überteuert. Dann kamen noch sieben weitere Wachstumsjahre. Jedes Jahr gibt es Analysten mit überzeugenden Argumenten, warum man jetzt nicht kaufen sollte. Diejenigen, die ihnen zugehört haben, haben den Zinseszinseffekt verpasst, der ununterbrochen arbeitet.
Was Bewertungskennzahlen wirklich aussagen
Shillers P/E (CAPE) ist eine legitime Kennzahl — sie vergleicht Aktienpreise mit den durchschnittlichen Gewinnen der vorangegangenen zehn Jahre. Ein hohes CAPE sagt statistisch niedrigere Renditen für die nächsten 10–15 Jahre voraus. Aber es ist kein Signal, den Markt zu verlassen — es ist ein Signal zu leicht gedämpften Erwartungen. Außerdem haben Alternativen (Bargeld, Anleihen) ihre eigenen Risiken und Kosten.
Eine praktische Reaktion auf einen „teuren Markt"
- Weiter regelmäßig investieren — die DCA-Strategie kauft bei höheren Preisen automatisch weniger Anteile.
- Allokation überprüfen — wenn Sie zu 100 % in Aktien investiert sind und schlecht schlafen, erwägen Sie Anleihen hinzuzufügen statt den Markt zu verlassen.
- Geografisch diversifizieren — wenn Sie sich um eine Überbewertung des US-Marktes sorgen, fügen Sie globale Exposition hinzu.
- Reserve halten — 3–6 Monatsausgaben in Bargeld verhindern Zwangsverkäufe bei Einkommensausfall.
Was man nicht tun sollte
Verkaufen Sie nicht alles und warten Sie nicht auf den „richtigen Moment". Studien zeigen immer wieder, dass Anleger, die den Markt verlassen, zu spät zurückkehren — in der Regel nachdem die Erholung bereits stattgefunden hat. Die im Markt verbrachte Zeit schlägt das Timing des Einstiegs fast immer.
Häufige Fragen
Ist Shillers CAPE ein zuverlässiger Maßstab für Überbewertung?
Es hat eine statistisch dokumentierte Vorhersagekraft für Renditen in den nächsten 10–15 Jahren, nicht für kurzfristige Bewegungen. Ein hohes CAPE bedeutet „rechnen Sie mit niedrigeren Renditen", nicht „verkaufen Sie alles und fliehen Sie".
Lohnt es sich, auf eine Korrektur zu warten?
Nicht unbedingt. Eine Korrektur kann in einem Monat oder in fünf Jahren kommen. Inzwischen entgeht Ihnen der Zinseszinseffekt. Statistisch gesehen ist es für einen langfristigen Anleger schlimmer, außerhalb des Marktes zu sein als zu einem „ungünstigen" Zeitpunkt zu kaufen.
Was soll ich mit Bargeld machen, wenn mir der Markt teuer vorkommt?
Erwägen Sie eine schrittweise Investition durch regelmäßiges Anlegen, überprüfen Sie Ihre Allokation auf verschiedene Märkte und Anlagen und stellen Sie sicher, dass Sie außerhalb Ihrer Investitionen eine ausreichende Reserve haben. Das sind konkrete Schritte statt zu warten.