Portfolio a alokace
Die 100-minus-Alter-Regel: Wie viel in Aktien und warum sie nicht ausreicht
Das Wichtigste
- Die 100-minus-Alter-Regel bietet einen einfachen Ausgangspunkt für die Aktienallokation ohne komplexe Analyse.
- Aufgrund der längeren Lebenserwartung verwenden viele Finanzplaner heute 110 oder 120 minus Alter.
- Die Regel ist ein Ausgangspunkt, kein Dogma – passen Sie sie an Ihren Horizont, Ihre Risikotoleranz und finanzielle Situation an.
- Ein junger Anleger mit 30-jährigem Horizont kann 90–100% in Aktien halten, auch wenn die Regel weniger empfiehlt.
Die 100-minus-Alter-Regel ist eine einfache Heuristik: Subtrahieren Sie Ihr Alter von 100 und das Ergebnis ist der prozentuale Aktienanteil Ihres Portfolios – der Rest gehört in Anleihen.
Wie die Regel funktioniert
Dreißigjähriger Anleger: 100 − 30 = 70% Aktien, 30% Anleihen. Fünfzigjährig: 50% Aktien, 50% Anleihen. Siebzigjährig: 30% Aktien. Die Logik ist klar – je älter, desto kürzer der Horizont, desto weniger Volatilität ist tolerierbar. Anleihen stabilisieren das Portfolio bei kurzem Horizont.
Warum die Regel nicht ausreicht
Die Regel entstand zu einer Zeit, als Menschen früher starben und Anleihen anständige Renditen erzielten. Heute:
- Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Tschechischen Republik übersteigt 75 Jahre, der tatsächliche Investitionshorizont ist also länger
- Anleihen im Niedrigzinsumfeld (2010–2021) brachten fast nichts
- Inflation hat den Realwert anleihenschwerer Portfolios erodiert
Deshalb sind viele Finanzplaner auf 110 oder 120 minus Alter umgestiegen, um einen höheren Aktienanteil länger zu bewahren.
Wann die Regel nicht gilt
Die Regel ignoriert Ihre Risikotoleranz (psychologisch nicht handhabbare Verluste führen zum Verkauf zum falschen Zeitpunkt), Einkommen jenseits von Investments (Staatsrente, Immobilie) und konkrete Ziele. Die Regel ist daher ein Ausgangspunkt, kein Dogma. Siehe auch Asset-Allokation und wie man das erste Portfolio zusammenstellt.
Häufige Fragen
Was ist die 100-minus-Alter-Regel?
Eine einfache Heuristik: Subtrahieren Sie Ihr Alter von 100, und das Ergebnis ist der prozentuale Aktienanteil des Portfolios, der Rest in Anleihen. Dreißigjährige halten 70% Aktien, Fünfzigjährige 50%. Ziel ist es, die Portfoliovolatilität mit dem Alter zu reduzieren.
Warum verwenden manche 110 oder 120 minus Alter?
Wegen der längeren Lebenserwartung und der niedrigen Anleiherenditen in den letzten Jahrzehnten. Eine höhere Zahl bewahrt länger mehr Aktien, was bei einem 30–40-jährigen Rentenhorizont vorteilhaft ist.
Kann ein junger Anleger 100% in Aktien halten?
Ja, wenn er einen langen Horizont (20+ Jahre) hat, stabile Einkünfte, eine Notfallreserve, und psychologisch große Kursrückgänge verkraften kann. Die 100-minus-Alter-Regel ist ein Ausgangspunkt, keine Obergrenze.
Wie ändert sich die Regel im Ruhestand?
Im Ruhestand die Allokation schrittweise konservativer gestalten – größerer Anteil Anleihen und Bargeld. Aber selbst im Ruhestand macht es wenig Sinn, vollständig aus Aktien auszusteigen, wenn der Horizont noch 20+ Jahre beträgt.