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Geld: Meistere das Spiel (Tony Robbins): Was das Buch bietet und was Sie kritisch lesen sollten
Das Wichtigste
- Das Buch enthält Interviews mit Investoren wie Ray Dalio, Warren Buffett und Jack Bogle — das ist sein größter Mehrwert.
- Robbins betont zu Recht niedrige Gebühren und die Kraft des Zinseszinses.
- Ein Großteil des Inhalts ist auf das US-Finanzsystem ausgerichtet — Annuitäten, 401(k), Roth IRA existieren in Deutschland nicht.
- Das Buch dient gleichzeitig als Marketinginstrument für Robbins' Produkte und empfohlene Berater.
- Lesen Sie es als Inspiration und Zitatsammlung, nicht als Handlungsanleitung.
Tony Robbins ist kein Investor — er ist ein Motivationsredner, der beschlossen hat, ein dickes Buch über Geld zu schreiben. „Money: Master the Game" ist das Ergebnis: 600+ Seiten, Interviews mit Investmentlegenden und — geben wir es zu — eine beträchtliche Portion Eigenwerbung.
Was das Buch wirklich Wertvolles bietet
Der stärkste Teil des Buches sind die Interviews. Robbins hat Zugang zu Menschen, die anderweitig unerreichbar sind — Ray Dalio, Jack Bogle (Gründer von Vanguard), Paul Tudor Jones. Ihre Gedanken über Diversifikation, Risiko und Geduld sind authentisch und lesenswert. Robbins erklärt auch korrekt die Kraft des Zinseszinses und den Druck für niedrige Gebühren — das sind bleibende Wahrheiten.
Was kritisch zu lesen ist
Das Problem entsteht, wenn Robbins von „was Experten sagen" zu „jetzt berate ich Sie" übergeht. Ein Großteil der konkreten Empfehlungen setzt einen amerikanischen Leser mit Zugang zu einem 401(k)-Konto, Roth IRA und bestimmten Rentenversicherungstypen voraus. Für deutsche Investoren sind diese Abschnitte kaum nutzbar. Zudem dient das Buch als indirekte Werbung für Robbins' kostenpflichtige Programme und sein Netzwerk empfohlener Finanzberater.
- Im Buch empfohlene Annuitäten sind amerikanische Produkte mit amerikanischer Regulierung
- Das All-Seasons-Portfolio-Modell ist interessant, aber vergessen Sie den Steuerkontext nicht
- Robbins ist kein Treuhänder — seine Berater arbeiten auf Provisionsbasis
Für wen das Buch geeignet ist
Für Leser, die Inspiration und einen Überblick über die Ansichten von Investmentlegenden in einem Band möchten. Als alleinige Investmentquelle reicht es nicht — ergänzen Sie es mit konkreteren und lokal relevanteren Materialien. Weitere Buchrezensionen finden Sie auf der Buchrezensionsseite.
Hinweis: Die Originalausgabe „Money: Master the Game" erschien 2014.
Häufige Fragen
Ist Tony Robbins eine glaubwürdige Investmentquelle?
Als Motivationsredner und Kompilierer von Expertenmeinungen ja. Als Finanzberater für deutsche Investoren nein — seine Empfehlungen sind stark US-orientiert und dienen seinen eigenen Geschäftsinteressen.
Was ist am Buch wirklich wertvoll?
Die Interviews mit Investoren wie Ray Dalio oder Jack Bogle. Robbins hat Zugang zu Menschen, die andere Autoren nicht erreichen, und deren Gedanken sind authentisch.
Gelten Robbins' Empfehlungen in Deutschland?
Sehr eingeschränkt. Annuitäten, 401(k) und Roth IRA sind amerikanische Produkte ohne direktes Äquivalent in Deutschland. Prinzipien (niedrige Gebühren, Diversifikation) gelten; konkrete Produkte nicht.
Ist das Buch für Anfänger geeignet?
Als erster Kontakt mit dem Investmentdenken ja — es ist zugänglich und motivierend. Als Strategiegrundlage für deutsche Leser nein; Sie müssen es mit lokal relevanten Quellen ergänzen.