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NAV vs. Marktpreis eines ETF: Wann und warum sie voneinander abweichen

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Das Wichtigste

Der NAV (Net Asset Value) ist der Buchwert einer ETF-Einheit, berechnet aus den zugrunde liegenden Vermögenswerten; der Marktpreis ist der tatsächliche Preis, zu dem Sie den ETF an der Börse kaufen oder verkaufen. Diese beiden Werte bewegen sich meistens sehr nahe beieinander — aber nicht immer, und das Verständnis der Gründe hilft Ihnen, klüger zu investieren.

Wie wird der NAV berechnet?

Der Fondsmanager addiert den aktuellen Marktwert aller Wertpapiere im Portfolio, zieht die Verbindlichkeiten ab und dividiert durch die Anzahl der ausgegebenen Einheiten. Bei europäischen UCITS-ETFs erfolgt diese Berechnung in der Regel einmal täglich nach Handelsschluss. Während des Tages veröffentlichen die Börsen den iNAV (indikativer NAV) — eine laufende Schätzung, die alle 15–30 Sekunden aktualisiert wird.

Warum weicht der Marktpreis vom NAV ab?

Der Marktpreis ist das Ergebnis von Angebot und Nachfrage an der Börse. Er kann über den NAV steigen (Prämie) oder unter den NAV fallen (Abschlag) aus verschiedenen Gründen:

Wer verhindert, dass die Abweichung dauerhaft bleibt?

Autorisierte Teilnehmer — große Banken und Market Maker — können jederzeit neue ETF-Einheiten direkt beim Fondsmanager schaffen oder zurückgeben. Übersteigt der Marktpreis den NAV erheblich, kaufen sie die zugrunde liegenden Aktien, tauschen sie gegen neue ETF-Einheiten und verkaufen diese an der Börse. Diese Arbitrage drückt den Preis wieder nach unten. Dieser Mechanismus ist der Grund, warum große UCITS-ETFs (AUM über 500 Mio. EUR) die Abweichung üblicherweise unter 0,1–0,2 % halten.

Praktische Regel: Platzieren Sie immer eine Limit-Order zum aktuellen Briefkurs, keine Market-Order. Sie sparen beim Spread und vermeiden einen ungewollten Kauf auf dem temporären Preishöchststand.

Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten

Auf der Website des Fondsmanagers oder auf justetf.com finden Sie die Registerkarte „Premium/Discount". Vergleichen Sie die durchschnittliche 30-Tage-Abweichung — das sagt Ihnen mehr als ein einzelner Schnappschuss. Ein großer Fonds mit einer ISIN, die mit „IE" beginnt (irisches Domizil), wird in der Regel näher am NAV handeln als ein kleinerer Fonds mit luxemburgischem Domizil. Mehr zum Fondsdomizil im Artikel über irisches Domizil und seine steuerlichen Vorteile.

Mehr zur ETF-Auswahl finden Sie in unserem ETF-Bereich.

Häufige Fragen

Was ist der NAV eines ETF?

Der NAV (Net Asset Value) ist der Wert einer Fondseinheit, berechnet aus dem Marktwert aller zugrunde liegenden Vermögenswerte abzüglich der Fondsverbindlichkeiten. Er wird in der Regel einmal täglich berechnet und dient als „Ankerpunkt" für den Marktpreis des ETF.

Wie groß ist eine normale Abweichung zwischen Marktpreis und NAV?

Bei großen, aktiv gehandelten UCITS-ETFs liegt die Abweichung typischerweise unter 0,2 %. Bei weniger liquiden oder Nischenfonds kann sie 1–2 % erreichen. Eine anhaltende Prämie oder ein Abschlag von über 0,5 % bei Mainstream-Fonds sollte als Warnsignal gewertet werden.

Warum ist beim ETF-Kauf eine Limit-Order empfehlenswert?

Eine Market-Order zwingt Sie, den aktuellen Briefkurs zu akzeptieren, der vorübergehend überhöht sein kann. Eine Limit-Order stellt sicher, dass Sie höchstens zu Ihrem festgelegten Preis kaufen, und schützt Sie vor einem unbeabsichtigten Kauf mit Prämie.

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