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Kann ich US-ETFs aus Tschechien kaufen? Legale Wege und praktische Lösungen

7 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Privatanleger mit Wohnsitz in der EU können seit dem 1. Januar 2018 keine US-ETFs wie SPY, QQQ oder VTI über Standard-Europäische Broker kaufen — aufgrund der PRIIPs-Verordnung, die ein standardisiertes KID-Dokument verlangt, das US-ETFs nicht bereitstellen.

Warum es nicht funktioniert: die PRIIPs-Verordnung

EU-Verordnung Nr. 1286/2014 (PRIIPs), die seit Januar 2018 gilt, schreibt vor, dass jedes verpackte Anlageprodukt, das Privatanlegern in der EU angeboten wird, ein KID (Key Information Document) in der Landessprache haben muss. US-ETFs wie der SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) haben kein KID und geben es für den europäischen Privatanlegermarkt nicht aus. Das Ergebnis: ein Broker in der EU (Fio, LYNX, eToro, Trading 212) lehnt Ihre Order für ein US-ETF schlicht ab.

Was professionelle Anleger sind und warum die meisten diesen Weg nicht gehen

Anleger, die nach MiFID II als „professionell" eingestuft sind, müssen die KID-Anforderung nicht erfüllen. Den Profistatus kann man durch Opt-up-Antrag erlangen, aber Broker verlangen typischerweise: ein Portfolio von 500.000 EUR oder Erfahrung im Finanzsektor. Für die große Mehrheit der tschechischen Anleger ist das eine unrealistische Voraussetzung.

Die praktische Lösung: UCITS-Äquivalente

Die gute Nachricht ist, dass alle wichtigen US-Indizes europäische UCITS-Pendants mit irischem Domizil haben:

Diese Fonds bilden praktisch identische Indizes nach und zahlen dank irischen Domizils 15 % Quellensteuer auf US-Dividenden — genau wie ihre US-Pendants. Einen Vergleich des All-World- vs. S&P-500-Ansatzes finden Sie im Artikel All-World vs. S&P 500.

Das Detail zählt: Ein UCITS-ETF auf den S&P 500 mit irischem Domizil ist für einen tschechischen Anleger aus steuerlicher Sicht die bessere Wahl als der direkte Kauf von SPY — der Fonds zahlt 15 % Quellensteuer, ohne Steuerabkommen würde er 30 % zahlen. Details im Artikel Fondsdomizil und warum Irland führt.

Alternativen abseits des Mainstreams

Einige Plattformen behaupten, den Kauf von US-ETFs über CFDs oder andere Derivate zu ermöglichen — das ist ein grundlegend anderes Produkt mit einem anderen Risikoprofil. Es ist nicht dasselbe wie das Halten des zugrunde liegenden ETF. Für ein Basisportfolio empfehlen wir, beim UCITS-Ansatz zu bleiben und den Broker-Leitfaden für tschechische Anleger im Artikel Wie man in Tschechien einen Broker auswählt zu lesen.

Häufige Fragen

Warum kann ich SPY oder QQQ in Tschechien nicht kaufen?

Die EU-PRIIPs-Verordnung (2018) verlangt, dass jedes Anlageprodukt für Privatanleger in der EU ein KID-Dokument hat. US-ETFs haben kein KID, weshalb Standard-Europäische Broker sie Privatkunden nicht anbieten.

Gibt es für tschechische Anleger einen legalen Weg zu US-ETFs?

Theoretisch über den Profianlegerstatus (MiFID II Opt-up, typischerweise 500.000-EUR-Portfolio). In der Praxis ist der bessere Weg jedoch der Kauf eines UCITS-Äquivalents — iShares- oder Vanguard-UCITS-ETFs, die dieselben Indizes nachbilden, mit irischem Domizil und 15 % Quellensteuer.

Ist ein UCITS-ETF auf den S&P 500 genauso gut wie das US-amerikanische SPY?

Für langfristige Anleger praktisch ja. Er bildet denselben Index nach, das TER ist vergleichbar, und das irische Domizil sichert 15 % Quellensteuer auf US-Dividenden — das Gleiche wie SPY für US-Anleger.

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