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Biotechnologie: Wie man in den Sektor investiert, welche Unternehmen und welche ETFs

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Das Wichtigste

August 2023. Das Kleinunternehmen Sarepta Therapeutics gab bekannt, dass die FDA ihre Gentherapie für Duchenne-Muskeldystrophie genehmigt hatte. Der Kurs stieg über Nacht um mehr als 50 %. Sechs Monate zuvor erhielt ein anderes Biotech-Unternehmen eine Ablehnung für seinen Hauptkandidaten — und die Aktien fielen an einem Tag um 70 %. Willkommen in der Biotechnologie, wo ein regulatorischer Brief über das Schicksal von Portfolios entscheidet.

Warum Biotech anders ist als ein „normaler" Sektor

Die pharmazeutische Industrie und die Biotechnologie überschneiden sich, unterscheiden sich aber grundlegend in Ansatz und Risikoprofil. Traditionelle Pharma (J&J, Pfizer) hat diversifizierte Produktportfolios. Ein kleines Biotech-Unternehmen kann eine einzige Hoffnung haben: ein Medikament in einer klinischen Studie, und die gesamte Marktkapitalisierung des Unternehmens spiegelt die Erfolgswahrscheinlichkeit wider.

Der Weg zum Markt sieht so aus: Präklinische Forschung, Phase 1, Phase 2, Phase 3, FDA/EMA-Zulassung und schließlich Kommerzialisierung. Jede Phase dauert Jahre. Die Statistiken sind ernüchternd: Von tausend Molekülen, die in die Präklinik eintreten, erreicht schätzungsweise eines den Markt.

Etablierte Biotech-Giganten: Amgen, Vertex, Regeneron

XBI vs. IBB: Zwei ETFs, zwei Risikoansätze

IBB — iShares Biotechnology ETF, marktkapitalisierungsgewichtet. Niedrigere Volatilität innerhalb des Sektors. XBI — SPDR S&P Biotech ETF, gleichgewichtet. Jedes Unternehmen im Index hat ungefähr den gleichen Anteil. Historisch übertrifft XBI IBB in einem Aufwärtstrend, fällt aber deutlich mehr in einem Abwärtstrend.

Hauptunterschied XBI vs. IBB: Wenn Sie an große etablierte Biotech-Unternehmen glauben und geringere Volatilität wünschen, ist IBB sinnvoll. Wenn Sie Exposition über das gesamte Spektrum einschließlich kleinerer spekulativer Unternehmen wünschen, bietet XBI das — aber mit deutlich höherer Volatilität in beide Richtungen.

Wann ist ein guter Zeitpunkt für den Einstieg in Biotech?

Der ideale Einstieg liegt nach einer Sektorkorrektur. Biotech auf dem Höhepunkt eines Hype-Zyklus zu kaufen ist ein Rezept für schmerzhaftes Warten. Für ein langfristiges Portfolio gilt: Sie müssen in der Lage sein, einen Rückgang von 40–50 % zu überstehen, ohne panisch zu verkaufen. Wenn nicht, überspringen Sie den Sektor.

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich das Biotech-Risiko vom pharmazeutischen Risiko?

Pharma-Giganten wie Pfizer oder Roche haben diversifizierte Produktportfolios. Ein kleines Biotech-Unternehmen kann eine einzige Molekül in einer einzigen Studie haben — Misserfolg bedeutet nahezu null Wert. Bei etablierten Unternehmen wie Amgen oder Vertex ist das Profil näher an der Pharmazie; bei Pre-Revenue-Spekulanten handelt es sich um reines binäres Risiko mit entsprechender Volatilität.

Warum fällt XBI in einem Bärenmarkt mehr als IBB?

Weil XBI gleichgewichtet ist — kleine Hochrisikogesellschaften haben das gleiche Gewicht wie Giganten. In einem Bärenmarkt sind genau diese kleinen Pre-Revenue-Unternehmen am anfälligsten: Sie erhalten keine Finanzierung mehr und die Bewertungen fallen am schnellsten. IBB gewichtet große stabile Unternehmen höher nach Marktkapitalisierung, was den Gesamtrückgang des Fonds im Abschwung dämpft.

Sind Gewinne aus Biotech-ETFs in Deutschland steuerpflichtig?

Ja, in der Standardweise. In Deutschland werden Gewinne aus ETF-Verkäufen grundsätzlich mit Abgeltungssteuer (25% plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer) besteuert, unabhängig vom Sektor. Prüfen Sie die aktuellen steuerlichen Details mit einem Steuerberater.

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