Psychologie a chování
Investitionsfehler des Monats: Auf den Einbruch warten, der nie kommt
Das Wichtigste
- Market-Timing – auf einen Rückgang warten und genau am Tiefpunkt kaufen – reduziert die Rendite im Durchschnitt gegenüber regelmäßigem Investieren.
- Der Markt verbringt die meiste Zeit auf historischen Höchstständen oder nahe daran – auf einen Rückgang zu warten bedeutet entgangene Rendite.
- Daten zeigen, dass selbst das schlechteste Timing (immer auf dem Höchststand kaufen) das Nicht-Investieren über 20 Jahre schlägt.
- Die beste Strategie ist regelmäßiges Investieren unabhängig vom „richtigen Moment".
Auf einen Markteinbruch zu warten, bevor man mit dem Investieren beginnt, ist einer der verbreitetsten und teuersten Investitionsfehler – er kostet über einen langen Horizont durchschnittlich Hunderttausende von Kronen.
Warum wir das tun
Unser Gehirn bringt uns nicht dazu zu kaufen, wenn Märkte „teuer aussehen". Kahnemans und Tverskys Forschung zeigte, dass Verluste ungefähr doppelt so stark schmerzen, wie ein gleich großer Gewinn sich gut anfühlt. Das Ergebnis: Wir investieren lieber nicht und warten auf einen „sichereren" Einstieg. Dieses Gefühl ist natürlich, aber investitionstechnisch verheerend.
Was die Daten sagen
Eine Charles-Schwab-Studie verglich fünf Strategien über einen 20-Jahres-Horizont (S&P 500):
- Perfektes Timing (immer am Tiefpunkt gekauft): ~$151.000 aus $2.000/Jahr
- Sofortiges Investieren jeden Januar: ~$135.000
- DCA-Durchschnittskauf über das Jahr: ~$134.000
- Schlechtestes Timing (immer auf dem Höchststand gekauft): ~$121.000
- Nicht investiert, Bargeld: ~$44.000
Der Unterschied zwischen perfektem und schlechtestem Timing beträgt ~25%. Der Unterschied zwischen schlechtestem Timing und Nicht-Investieren beträgt ~175%. Im Markt zu sein ist wichtiger als wann man einsteigt.
Warum Timing selbst für Profis nicht funktioniert
Die SPIVA-Datenbank zeigt jedes Jahr, dass ~80–90% der aktiv verwalteten Fonds ihren Benchmark über einen 10-Jahres-Horizont nicht erreichen – und das sind Profis mit ganzen Teams von Analysten. Ein Einzelanleger mit begrenzten Informationen und Emotionen hat noch geringere Chancen. Siehe auch aktives vs. passives Investieren.
Was man statt Timing tun sollte
Investieren Sie regelmäßig unabhängig vom „richtigen Moment" – DCA (Cost-Average-Effekt) kauft automatisch mehr zu niedrigen Preisen und weniger zu hohen. Richten Sie einen automatischen Dauerauftrag ein, ignorieren Sie die Nachrichten und lassen Sie den Zinseszins arbeiten. Jeder Monat des Wartens ist ein Monat entgangener Rendite, die Sie nicht zurückbekommen.
Häufige Fragen
Was ist Market-Timing?
Der Versuch, Investments zum besten (niedrigsten) Preis zu kaufen und auf dem Höchststand zu verkaufen. In der Theorie verlockend, in der Praxis unwirksam – selbst professionelle Fonds schaffen das nicht systematisch. Daten zeigen wiederholt, dass regelmäßiges Investieren Market-Timing schlägt.
Was wenn ich kurz vor einem Einbruch einsteige?
Laut Daten schlägt selbst ein Anleger, der immer auf dem Höchststand kauft (schlechtestes mögliches Timing), das Nicht-Investieren über einen 20-Jahres-Horizont um ~175%. Ein kurzfristiger Verlust ist weniger schädlich als Jahre entgangenen Zinseszinses.
Wie werde ich die Angst los, „zu teuer" einzukaufen?
Verlagern Sie die Aufmerksamkeit vom Preis auf den Prozess. Richten Sie einen automatischen Dauerauftrag (DCA) ein und versuchen Sie nicht, die Situation aktiv zu steuern. Machen Sie sich bewusst, dass das Gefühl „der Markt ist teuer" fast ständig präsent ist – Märkte wachsen historisch fast immer.
Wann ist der richtige Zeitpunkt zu investieren?
So bald wie möglich. Und dann regelmäßig. Jede weitere Verzögerung verlängert die Zeit außerhalb des Marktes, die nicht aufgeholt werden kann. Forschung bestätigt immer wieder, dass „time in the market beats timing the market" – im Markt zu sein ist wichtiger als wann man einsteigt.