Makro, inflace a sazby
BIP, Arbeitslosigkeit und weitere Makrodaten, die Märkte bewegen
Das Wichtigste
- Das BIP misst den gesamten wirtschaftlichen Output und sein Trend bestimmt, ob die Wirtschaft wächst oder schrumpft.
- Arbeitslosigkeitsdaten sind nachlaufend — Märkte verfolgen eher neue Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die wöchentlich kommen.
- Inflationsindikatoren (CPI, PPI) sind entscheidend für Zentralbankerwartungen.
- PMIs sind führende umfragebasierte Indikatoren — ein Wert über 50 signalisiert Expansion, unter 50 Kontraktion.
- Makrodaten bieten Kontext zum Verständnis des Umfelds, kein Signal zum Portfolioumbau.
Wirtschaftsdaten werden jeden Monat im regelmäßigen Rhythmus veröffentlicht und bewegen Märkte, weil sie die Erwartungen der Investoren bezüglich künftiger Unternehmensgewinne und Zentralbankentscheidungen verschieben. Die Orientierung in diesen Indikatoren hilft Ihnen zu verstehen, was passiert, ohne darauf handeln zu müssen.
BIP — Das Fundament
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst den gesamten wirtschaftlichen Output eines Quartals. Wächst das BIP, expandiert die Wirtschaft. Sinkt es zwei Quartale in Folge, sprechen wir von einer Rezession. Das BIP ist jedoch ein nachlaufender Indikator — die Zahlen kommen mit Verzögerung und werden revidiert. Deshalb reagieren Märkte stärker auf Frühindikatoren.
Arbeitslosigkeit und Arbeitsmarkt
Der monatliche Beschäftigungsbericht (in den USA Non-Farm Payrolls) gehört zu den meistbeachteten Daten. Ein starker Arbeitsmarkt signalisiert eine gesunde Wirtschaft, erschwert aber Zentralbanken die Inflationsbekämpfung — Verbraucher mit Einkommen geben aus. Deshalb können paradoxerweise zu gute Beschäftigungsdaten Märkte manchmal enttäuschen, weil sie Zinssenkungen verzögern.
Inflationsdaten: CPI und PPI
Der Verbraucherpreisindex (CPI) misst Inflation aus Haushaltsperspektive. Der Erzeugerpreisindex (PPI) erfasst Inflation früher in der Lieferkette — er ist ein Frühindikator für künftigen CPI. Beide Zahlen beeinflussen wesentlich die Erwartungen über Zentralbankzinsbewegungen. Über den Zusammenhang von Inflation und Aktien schreiben wir in einem eigenen Artikel.
PMI — Führender Umfrageindikator
- PMI (Einkaufsmanagerindex) sind monatliche Umfragen bei Einkaufsmanagern in Industrie und Dienstleistungen.
- Wert über 50 = Expansion, unter 50 = Kontraktion.
- Sie kommen schneller als das BIP und werden daher als erste Anzeichen der wirtschaftlichen Entwicklung verfolgt.
Als Investor müssen Sie diese Daten nicht täglich verfolgen — einmal monatlich den Kommentar eines Makroökonomen zu lesen reicht. Verwalten Sie das Portfolio nach Ihrem langfristigen Plan, nicht nach jeder Zahl.
Häufige Fragen
Was ist PMI und warum beobachten ihn Märkte?
PMI ist eine monatliche Umfrage bei Einkaufsmanagern, die Stimmung in Industrie und Dienstleistungen misst. Er kommt schneller als das BIP und fungiert als Frühindikator — ein Wert über 50 signalisiert Expansion, unter 50 Kontraktion.
Warum können gute Beschäftigungsdaten Märkte enttäuschen?
Ein starker Arbeitsmarkt signalisiert, dass die Wirtschaft keine Stimulierung braucht und die Zentralbank zögert, die Zinsen zu senken. Verzögerte Zinssenkungen können für Märkte enttäuschend sein, auch wenn die Beschäftigung hoch ist.
Muss ich als Investor alle Makrodaten verfolgen?
Nein. Eine grundlegende Orientierung reicht — zu wissen, in welcher Zyklusphase sich die Wirtschaft befindet. Portfolio nach langfristigem Plan verwalten, nicht nach jeder monatlichen Zahl. Makrodaten sind Kontext, kein Handelssignal.