ETF v praxi
Jährliche ETF-Überprüfung: Was Sie einmal im Jahr prüfen sollten – und wann Sie wechseln
Das Wichtigste
- Eine jährliche ETF-Überprüfung dauert eine Stunde und kann Gründe für eine Strategieanpassung aufdecken.
- Schlüsselkennzahlen: TER, Tracking Difference, Fondsgröße und Liquidität.
- Sie wechseln einen Fonds selten – nur bei strukturellen Änderungen oder einer deutlich günstigeren Alternative.
- Portfoliorebalancing ist eine Gelegenheit, keine Pflicht zum Fondswechsel.
- Wechseln Sie nie einen Fonds wegen kurzfristiger Performance – das ist der häufigste Fehler.
Die jährliche ETF-Überprüfung ist eine Stunde Arbeit, die Ihnen hilft zu bestätigen, dass Ihr Fonds noch seinen Zweck erfüllt – den richtigen Index zu vernünftigen Kosten ohne unerwartete Änderungen zu verfolgen. Es ist kein Grund zur Panik, sondern zur bewussten Portfolioverwaltung.
Was genau zu prüfen ist
- TER (Gesamtkostenquote): Ist sie seit letztem Jahr gestiegen? Wenn der Anbieter teurer geworden ist, prüfen Sie Alternativen.
- Tracking Difference: Wie genau folgt der Fonds seinem Benchmark? Idealerweise sollte sie negativ oder niedrig sein – d. h. der Fonds hinkt dem Index minimal hinterher. Suchen Sie auf der Website des Anbieters oder auf JustETF.
- Fondsgröße (AUM): Sehr kleine Fonds (unter 100 Mio. EUR) riskieren eine Schließung. Wenn ein Fonds deutlich geschrumpft ist, finden Sie heraus warum.
- Liquidität und Spread: Ein zu hoher Spread verteuert jeden Kauf und Verkauf.
- Fondsstruktur: Hat sich die Replikationsmethode geändert (physisch vs. synthetisch)? Hat sich der Domizil geändert?
Wann einen Fonds tatsächlich wechseln
Fonds sollten Sie selten wechseln. Häufige Wechsel bringen Transaktionskosten und Steuerereignisse. Ein Wechsel ist sinnvoll, wenn:
- Der Anbieter die Kosten deutlich erhöht hat (um 0,15 %+ pro Jahr) und eine günstigere Alternative existiert.
- Der Fonds fusioniert oder seinen Benchmark geändert hat und der neue Index nicht mehr zu Ihrer Strategie passt.
- Der Fonds unter die Schwelle gefallen ist, bei der Schließungsgefahr besteht, und der Anbieter keine Erklärung geliefert hat.
Was kein Grund für einen Wechsel ist
Kurzfristige Underperformance gegenüber dem Benchmark oder anderen Fonds ist kein Grund zum Wechseln – das ist der häufigste Anlegerfehler. Ein Vergleich über drei Jahre und mehr liefert ein genaueres Bild. Siehe aktives vs. passives Investieren. Eine Übersicht der Fonds und ihrer Parameter finden Sie auf Hřivna ETF.
Häufige Fragen
Was ist die Tracking Difference und warum sollte man sie beobachten?
Die Tracking Difference zeigt, um wie viel der Fonds jährlich hinter seinem Benchmark zurückblieb. Ein negativer Wert (z. B. −0,05 %) bedeutet, dass der Fonds den Index übertroffen hat – ideal. Ein negativer oder niedriger Wert ist ein besserer Qualitätsindikator als die TER allein.
Wie oft sollte ich ein ETF-Portfolio rebalancieren?
Einmal im Jahr oder wenn die Allokation deutlich vom Ziel abweicht (z. B. um 5+ Prozentpunkte). Rebalancing ist nicht dasselbe wie Fondswechsel – Sie stellen lediglich das geplante Allokationsverhältnis wieder her.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen ETF-Wechsel?
Wenn sich der Fonds strukturell verändert hat (Benchmark, Domizil, Kosten deutlich gestiegen) oder Schließungsgefahr besteht. Niemals nur wegen kurzfristiger Performance – das ist eine Reaktion auf Rauschen, nicht auf Fakten.
Was tun, wenn ein Anbieter einen Fonds schließt?
Sie müssen Ihre Anteile verkaufen – entweder vor der Schließung oder Sie erhalten Liquidationserlöse. Gute Nachricht: Das passiert bei großen Fonds über 500 Mio. EUR selten. Deshalb gehört die Beobachtung des AUM zu den Parametern der jährlichen Prüfung.