ETF v praxi
Währungsrisiko bei ETFs: Wann sich Absicherung lohnt und wann nicht
Das Wichtigste
- Das Währungsrisiko eines ETF hängt von der Währung der Vermögenswerte im Fonds ab, nicht von der Handelswährung.
- Ein langfristiger Anleger mit einem globalen ETF muss das Währungsrisiko nicht aktiv absichern.
- Währungsabsicherung (Hedging) kostet jährlich zusätzlich 0,1–0,5 % und ist vor allem bei Anleihen-ETFs sinnvoll.
- Eine starke tschechische Krone verschlechtert die Renditen eines ungesicherten Fonds in CZK-Umrechnung; eine schwache hilft.
- Eine Kombination verschiedener Währungsexpositionen wirkt selbst als natürliche Diversifikation.
Währungsrisiko bei ETFs ist das Risiko, dass Wechselkursbewegungen zwischen der Vermögenswährung und Ihrer Heimwährung den Wert Ihrer Investition verändern — unabhängig davon, wie sich die Vermögenswerte selbst entwickelt haben.
Wo das Währungsrisiko tatsächlich entsteht
Viele Anleger denken, wenn sie einen ETF an der Frankfurter Börse in Euro kaufen, tragen sie Währungsrisiko gegenüber EUR. Das ist nur die halbe Wahrheit. Wichtiger ist die Währung der Vermögenswerte innerhalb des Fonds. Ein ETF, der den amerikanischen S&P 500 abbildet, hält Aktien in USD — auch wenn Sie ihn in EUR kaufen. Ihre Rendite wird daher von USD/CZK- oder USD/EUR-Bewegungen beeinflusst, nicht nur von EUR/CZK.
Arten der Exposition
- Globale Aktien-ETFs — Sie haben Exposition auf Dutzende Währungen (USD dominiert, aber auch JPY, GBP, EUR sind vertreten). Natürliche Währungsdiversifikation.
- Anleihen-ETFs — hier dominieren Währungsbewegungen die Rendite stärker, weil die Anleiherenditen niedrig sind und die Währungskomponente sie übertönen kann.
- Emerging-Markets-ETFs — Exposition auf volatile Währungen von Entwicklungsländern erhöht die Gesamtvolatilität.
Wann Währung absichern und wann nicht
Absicherung (Hedging) eliminiert das Währungsrisiko zum Preis einer Jahresgebühr von typischerweise 0,1–0,5 %. Bei Aktien-ETFs mit langem Horizont (10+ Jahre) zeigen Studien, dass die Absicherungskosten den Nutzen in der Regel übersteigen — Währungsbewegungen heben sich im Laufe der Zeit weitgehend auf.
Absicherung ergibt mehr Sinn bei:
- Anleihen-ETFs, wo die Rendite gering und der Währungseinfluss dominant ist.
- Kürzeren Horizonten (weniger als 3–5 Jahre), wo keine Zeit bleibt, auf einen Ausgleich zu warten.
- Konkretem CZK-Bedarf — z.B. planen Sie in 2 Jahren eine Immobilie zu kaufen.
CZK und die Besonderheiten des tschechischen Anlegers
Die tschechische Krone hat sich gegenüber EUR und USD langfristig leicht aufgewertet (mit Ausnahmen). Das bedeutet, eine starke CZK dämpft die Renditen ungesicherter ausländischer ETFs bei der Umrechnung in Kronen leicht. Aber auch dieser Effekt ist über zwanzig Jahre weniger bedeutsam als die Rendite der Vermögenswerte selbst. Wenn Sie über UCITS-ETFs investieren, ist die Währungsabsicherung direkt im Fondsnamen als „Hedged" oder „(H)" angegeben.
Mehr über die Auswahl konkreter Fonds finden Sie auf der ETF-Übersichtsseite.
Häufige Fragen
Hängt das Währungsrisiko eines ETF von der Börse ab, wo ich ihn kaufe?
Nein. Es kommt auf die Währung der Vermögenswerte im Fonds an, nicht auf die Börse oder die Handelswährung. Ein globaler ETF, der in EUR an der Frankfurter Börse gekauft wird, hält Vermögenswerte nach wie vor primär in USD.
Wie erkenne ich einen abgesicherten (hedged) ETF?
In der Regel ist es im Namen angegeben: „Hedged", „(EUR Hedged)", „(H)". Überprüfen Sie immer im KIID-Dokument, auf welche Währung die Absicherung eingestellt ist und wie hoch die jährlichen Kosten sind.
Ist eine Währungsabsicherung immer vorteilhaft?
Nein. Bei Aktien-ETFs mit einem Horizont von 10+ Jahren zeigen Studien immer wieder, dass die Absicherungskosten (0,1–0,5 % jährlich) den Nutzen in der Regel übersteigen. Absicherung ist vor allem bei Anleihen und kürzeren Horizonten sinnvoll.
Wie beeinflusst eine starke CZK meine Renditen?
Wenn Ihr Fonds Vermögenswerte in USD hält und die Krone aufwertet, sind Ihre in CZK umgerechneten Renditen geringer — auch wenn der Fonds in USD-Terms gewachsen ist. Langfristig ist dies jedoch ein sekundärer Effekt im Vergleich zur tatsächlichen Rendite der Vermögenswerte.