ETF v praxi
Woran erkennt man, dass der eigene ETF dem Index hinterherläuft — und was tun?
Das Wichtigste
- Tracking Difference (TD) ist die Gesamtabweichung eines Fonds vom Index über ein Jahr; Tracking Error (TE) misst die Instabilität dieser Abweichung.
- Negative TD bedeutet, dass der Fonds seinen Index übertroffen hat — dank Wertpapierleihe oder Dividendenreinvestition.
- Der TER allein sagt nicht alles; entscheidend ist die tatsächliche TD-Historie des Fonds.
- Prüfen Sie die TD einmal jährlich, indem Sie die Performance des Fonds und des Index über denselben Zeitraum vergleichen.
- Große Fonds mit aktivem Wertpapiermanagement haben in der Regel eine niedrigere TD als kleine passive Fonds.
Die Tracking Difference (TD) ist die numerische Differenz zwischen der Rendite eines ETF und der Rendite seines Referenzindex über einen bestimmten Zeitraum — und das ist die wichtigste Kennzahl zur Beurteilung der Fondsqualität.
TD vs. Tracking Error: Was ist was?
Anleger verwechseln diese Begriffe oft. Tracking Difference beantwortet: „Um wie viel wich der Fonds im Jahresverlauf vom Index ab?" Ein Wert von beispielsweise −0,05 % bedeutet, dass der Fonds den Index um fünf Basispunkte übertroffen hat. Tracking Error misst die Instabilität dieser Differenz über die Zeit — wie stark das Ergebnis um den Durchschnitt schwankt. Niedriger TE = vorhersehbarer Fonds.
Warum ein Fonds den Index übertreffen kann
- Wertpapierleihe: Der Fonds verleiht Aktien gegen eine Gebühr an Leerverkäufer und gibt die Einnahmen an den Fonds zurück.
- Dividenden-Timing: Bei thesaurierenden Fonds werden Dividenden sofort reinvestiert, während der Index sie erst am Ex-Dividende-Tag berücksichtigt.
- Stichproben-Optimierung bei Fonds, die nicht alle Komponenten des Index halten.
Warnsignale: Wann ist das Nachhinken ein Problem?
Wenn die TD den TER (Gesamtkostenquote) dauerhaft um mehr als 0,1–0,2 % übersteigt, rebalanciert der Fonds wahrscheinlich schlecht oder hat hohe interne Transaktionskosten. Ein weiteres Warnsignal ist ein volatiler TE — die Ergebnisse schwanken von Jahr zu Jahr ohne offensichtlichen Grund. Bei großen Fonds auf populäre Indizes (S&P 500, MSCI World) liegt die TD in der Regel sehr nahe bei null oder sogar darunter.
Wie man es in der Praxis prüft
Einmal jährlich — zum Beispiel bei der vierteljährlichen Portfolioüberprüfung — vergleichen Sie die Gesamtrendite Ihres ETF (aus dem Brokerauszug) mit der Indexrendite über denselben Zeitraum. Wenn Ihr Fonds wiederholt stärker als sein TER zurückbleibt, sollten Sie über einen Wechsel zu einem besseren Anbieter nachdenken. Ein Wechsel hat steuerliche Konsequenzen — besonders wenn Sie den Fonds weniger als 3 Jahre gehalten haben und die Haltefrist in Tschechien nicht erfüllen.
Häufige Fragen
Was ist die Tracking Difference bei einem ETF?
Die Differenz zwischen der ETF-Rendite und der Indexrendite über ein Jahr. Ein negativer Wert bedeutet, dass der Fonds den Index übertroffen hat. Ein positiver Wert bedeutet, dass er zurückgeblieben ist. Es ist ein genaueres Kostenmaß als der TER allein.
Wie prüfe ich die Tracking Difference meines Fonds?
Vergleichen Sie die Fondsperformance über 1, 3 und 5 Jahre mit der Indexperformance auf der Website des Emittenten oder bei justETF.com. Die Differenz ist Ihre TD. Idealerweise suchen Sie einen Fonds, dessen TD null oder negativ ist.
Wann ist das Nachhinken eines ETF hinter dem Index ein Problem?
Wenn die TD den TER dauerhaft um mehr als 0,1–0,2 % übersteigt und der Tracking Error hoch ist (Ergebnisse schwanken von Jahr zu Jahr), verfolgt der Fonds den Index wahrscheinlich schlecht. Bei großen Fonds auf MSCI World oder S&P 500 ist das selten.