ETF v praxi
EIMI (iShares Core MSCI EM IMI): ETF-Analyse — Schwellenmärkte umfassend
Das Wichtigste
- EIMI bildet den MSCI Emerging Markets IMI Index ab, der Large-, Mid- und Small-Cap-Unternehmen aus Schwellenmärkten umfasst — insgesamt über 2.900 Titel.
- China, Indien, Taiwan und Südkorea haben die größten Gewichtungen. Geopolitische und Währungsrisiken sind höher als in entwickelten Märkten.
- EIMI ist ein thesaurierender Fonds mit irischem Domizil (ISIN IE). Aktuellen TER immer auf justETF prüfen — Schwellenmarkt-ETFs sind in der Regel teurer als Fonds entwickelter Märkte.
- EIMI und IWDA bilden zusammen die Grundlage eines globalen Portfolios — IWDA deckt entwickelte Märkte, EIMI Schwellenmärkte ab.
- Schwellenmärkte können höhere langfristige Renditen liefern, aber zum Preis höherer Volatilität und politischer Risiken.
Was der Fonds abbildet
Der MSCI Emerging Markets IMI (Investable Market Index) geht weiter als der Standard-MSCI EM — er umfasst nicht nur Large- und Mid-Cap-, sondern auch Small-Cap-Aktien aus Schwellenmärkten. Das bietet Exposure auf lokalere Volkswirtschaften, die im klassischen MSCI EM fehlen. Geografisch dominiert China (ca. 25–30%), gefolgt von Indien, Taiwan und Südkorea. Sektoral sind Technologie, Finanzen, Konsumgüter und Energie vertreten.
Eckdaten
EIMI ist ein thesaurierender Fonds mit irischem Domizil (ISIN beginnt mit IE). Den aktuellen TER immer auf justETF prüfen — Schwellenmarktfonds haben oft höhere Gebühren als Breitmarkt-Fonds entwickelter Länder, weil die Verwaltung eines Portfolios mit über 2.900 Titeln aus Dutzenden von Ländern aufwändiger ist. Der Fonds verwendet Sampling statt direkter Replikation aller Titel.
Risiken der Schwellenmärkte
EIMI trägt spezifische Risiken, die bei IWDA nicht vorhanden sind:
- Politisches und regulatorisches Risiko — in China kann staatliches Eingreifen die Aktienkurse wesentlich beeinflussen (wie der Alibaba-Fall 2021 zeigte).
- Währungsrisiko — Dutzende verschiedener Währungen fügen zusätzliche Volatilität über die Aktienbewegungen hinaus hinzu.
- Geringere Transparenz — Rechnungslegungsstandards und Corporate Governance in Schwellenmärkten sind weniger streng als in den USA oder der EU.
- Liquidität — Small-Cap-Positionen können in Krisenzeiten weniger liquide sein.
Für wen geeignet
EIMI ist für Anleger geeignet, die wirklich globale Exposure wollen und bereit sind, höhere Volatilität zu tragen. Typische Nutzung: als 10–20%-Ergänzung zu IWDA. EIMI allein als einziger Fonds ist seltener — Schwellenmärkte sind risikoreicher und weniger stabil als entwickelte Märkte.
Rolle im Portfolio
Die Kombination IWDA + EIMI bildet ein sogenanntes „Zwei-Fonds-Portfolio" — einfach, günstig, global. Wie man es zusammenstellt, erklärt der Artikel wie man das erste Portfolio zusammenstellt oder die ETF-Übersicht. Ein Vergleich des All-World-Ansatzes vs. zwei separater Fonds findet sich im Artikel All-World vs. S&P 500.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen EIMI und einem Standard-MSCI-EM-ETF?
Standard MSCI Emerging Markets deckt nur Large- und Mid-Cap-Unternehmen ab. IMI (Investable Market Index) fügt Small-Cap-Aktien hinzu — das Ergebnis sind über 2.900 Titel statt ca. 1.400. Größere Abdeckung bedeutet bessere Darstellung lokaler Volkswirtschaften.
Warum hat EIMI einen so hohen China-Anteil?
China ist die größte Schwellenmarktvolkswirtschaft und seine Unternehmen haben eine hohe Marktkapitalisierung. Der Index gewichtet es entsprechend. Für Anleger, die eine geringere China-Exposure wünschen, gibt es spezielle Indizes, die China reduzieren oder ausschließen.
Lohnt es sich, EIMI zu IWDA hinzuzufügen?
Das hängt vom Ansatz ab. MSCI World deckt nur 23 entwickelte Länder ab, und Schwellenmärkte repräsentieren ca. 12% der globalen Marktkapitalisierung, die fehlt. Das Hinzufügen von EIMI schließt diese Lücke und erhöht die geografische Diversifikation — zum Preis leicht höherer Risiken und Komplexität.
Wie beeinflussen politische Risiken die Performance von EIMI?
Historisch erheblich. Chinas regulatorische Maßnahmen im Jahr 2021 ließen chinesische Tech-Aktien um Dutzende von Prozent fallen — und da China ein Viertel des Index ausmacht, spürte ganz EIMI das. Diversifikation über Schwellenmärkte dämpft dieses Risiko, eliminiert es aber nicht.