ETF základy
Was ist das AUM eines Fonds und warum ist die Größe des ETFs wichtig?
Das Wichtigste
- AUM (Assets Under Management) ist der Gesamtwert des Vermögens, das ein Fonds verwaltet — ein Indikator für die Größe und „Beliebtheit" des ETFs.
- Größeres AUM bedeutet in der Regel geringere Realkosten, einen engeren Spread und ein geringeres Risiko einer Fondsschließung.
- Fonds mit AUM unter 100 Mio. EUR gelten als klein — höheres Schließungsrisiko und breiterer Spread.
- AUM allein sagt nichts über die Qualität der Anlagestrategie aus — beobachten Sie es zusammen mit TER und Tracking Difference.
- Bevorzugen Sie bei der ETF-Suche Fonds mit einem AUM von mindestens 200–500 Mio. EUR für komfortables Handeln.
AUM (Assets Under Management) ist der gesamte Marktwert des Vermögens, das ein Fonds verwaltet — einfach gesagt, wie viel Geld Anleger eingezahlt haben und der Fonds verwaltet.
Warum die Fondsgröße eine Rolle spielt
Ein großer Fonds hat geringere Fixkosten, die auf mehr Anleger verteilt werden. Das zeigt sich auf zwei Arten:
- Niedrigere TER: Fixe Betriebskosten werden durch ein größeres Volumen „verdünnt" — ein größerer Fonds kann es sich leisten, eine niedrigere TER anzubieten.
- Engerer Spread an der Börse: Market Maker halten bei beliebten ETFs große Bestände, sodass die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs in der Regel geringer ist. Bei kleinen ETFs kann der Spread mehr kosten, als man sich bewusst ist. Mehr zum Spread im Artikel was ist der Spread bei einem ETF.
Das Risiko der Schließung eines kleinen Fonds
Wenn ein Fonds nicht genügend Anleger anzieht, kann der Anbieter ihn schließen (Liquidation oder Fusion mit einem anderen Fonds). Für den Anleger bedeutet das keinen direkten Verlust — man bekommt den NAV zurück — aber es ist ein störender Eingriff in die Strategie, erfordert die Suche nach einem Ersatz und kann dazu zwingen, einen steuerpflichtigen Gewinn zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu realisieren. Fonds mit einem AUM unter 100 Mio. EUR gelten aus Kontinuitätssicht als riskanter.
Wie man AUM findet und vergleicht
Auf Plattformen wie JustETF, ETF.com oder direkt auf der Website des Anbieters (iShares, Vanguard, Xtrackers) finden Sie das AUM für jeden Fonds — in der Regel als „Fund size" oder „Total net assets" angegeben. Bei beliebten globalen Index-ETFs beläuft sich das AUM auf Dutzende von Milliarden Euro.
Ist größer immer besser?
AUM allein garantiert keine Qualitätsstrategie oder Performance. Es gibt riesige aktive Fonds mit hohen Gebühren. Betrachten Sie AUM daher immer als einen von mehreren Auswahlkriterien neben TER, Tracking Difference und der Replikationsmethode.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung dar.
Häufige Fragen
Was ist AUM, einfach erklärt?
Der Gesamtwert des Vermögens, das der Fonds verwaltet. Hat ein ETF ein AUM von 5 Mrd. EUR, haben Anleger gemeinsam Vermögenswerte im Wert von 5 Mrd. EUR eingebracht und halten diese im Fonds. Je höher das AUM, desto größer und etablierter der Fonds.
Wie groß ist ein sicheres AUM?
AUM über 100 Mio. EUR gilt allgemein als sicher; 200–500 Mio. EUR und mehr ist komfortabel. Fonds unterhalb dieser Schwelle tragen ein höheres Risiko der Schließung oder Fusion mit einem anderen Fonds.
Beeinflusst AUM die Fondsrenditen?
Direkt nicht, aber indirekt ja. Ein größerer Fonds kann eine niedrigere TER und einen engeren Spread haben, was zusammen die Nettorenditen für Anleger leicht verbessert. AUM allein sagt jedoch nichts darüber aus, ob die Strategie des Fonds gut ist.
Was passiert, wenn ein Anbieter einen Fonds schließt?
Anleger erhalten den NAV (Nettoinventarwert) in bar oder als Wertpapiere zurück. Ein direkter Verlust entsteht nicht, aber es kann zu einem steuerpflichtigen Gewinn zu einem ungünstigen Zeitpunkt führen und die Suche nach einem Ersatzfonds erzwingen.