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Aktien für die Ewigkeit (Jeremy Siegel): Biblische Daten über Marktrenditen

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Das Wichtigste

Gibt es ein datengestütztes Argument für Aktieninvestments, das auf 200 Jahren Geschichte basiert? Jeremy Siegel baute genau dieses Argument auf und veröffentlichte es erstmals 1994. Jede seitdem erschienene Ausgabe wurde um neue Jahrzehnte an Daten erweitert — und die Schlussfolgerung bleibt dieselbe.

Die Hauptthese: Aktien übertreffen alles über den langen Horizont

Siegel analysierte Renditen amerikanischer Aktien, Anleihen, Gold und Bargeld ab 1802. Das Ergebnis ist eindeutig: Aktien übertrafen alle anderen Anlageklassen auf jedem Zwanzig-Jahres-Horizont ohne eine einzige Ausnahme. Selbst Investoren, die kurz vor dem Crash von 1929 kauften, erzielten auf einem Zwanzig-Jahres-Horizont eine positive Realrendite.

Dieses Ergebnis bedeutet nicht, dass Aktien risikolos sind. Es bedeutet, dass das Risiko eines Investors mit einem Zwanzig-Jahres-Horizont grundlegend anders ist als das eines Investors mit einem Zwei-Jahres-Horizont.

Realrendite und Inflation

Siegels Schlüsselkennzahl ist die Realrendite — Rendite nach Abzug der Inflation. Amerikanische Aktien generierten über zweihundert Jahre ungefähr 6,5–7 % jährliche Realrendite. Dieses Ergebnis ist über Dekaden, Kriege, Krisen und technologische Revolutionen hinweg bemerkenswert konsistent.

Im Vergleich dazu generierten langfristige Anleihen 1–3 % jährliche Realrendite und Bargeld hielt kaum Schritt mit der Inflation.

Dividenden sind entscheidend: Siegel betont wiederholt, dass Dividenden-Reinvestition einen großen Teil der Gesamtrendite ausmacht. Ein Index ohne Dividenden unterschätzt die tatsächliche Performance von Aktieninvestments erheblich.

Sektorrotation und Value-Aktien

Spätere Ausgaben von Siegels Buch widmen sich der Sektorrotation und dem Phänomen, dass neue Branchen (Technologie in den 1990ern, Biotech) nicht automatisch überdurchschnittliche Renditen bringen — weil ihr Potenzial bereits im Preis enthalten ist. Umgekehrt übertrafen „langweilige" Sektoren wie Energie, Tabak und Pharma historisch die Erwartungen.

Grenzen des Buches

Siegel arbeitet hauptsächlich mit US-Daten. Der US-Markt war in den letzten 200 Jahren außergewöhnlich erfolgreich — die Übertragbarkeit der Schlussfolgerungen auf andere Märkte ist nicht selbstverständlich. Für die globale Perspektive empfehlen wir die Ergänzung mit Triumph of the Optimists von Dimson, Marsh und Staunton — deren Rezension ist hier verfügbar. Eine vollständige Liste empfohlener Bücher finden Sie im Bereich Buchrezensionen.

Häufige Fragen

Ist Aktien für die Ewigkeit für Anfänger geeignet?

Zugänglicher als viele Investmentbücher, erfordert aber Interesse an historischen Daten und Statistiken. Anfängern wird empfohlen, mit The Psychology of Money zu beginnen — und dann Siegel als empirische Grundlage für das Argument des Aktieninvestierens.

Warum dominiert der US-Markt so stark im Buch?

Siegel arbeitet mit US-Daten, weil sie die längsten und vollständigsten verfügbaren sind. Er erkennt selbst an, dass der US-Markt in den vergangenen zwei Jahrhunderten außergewöhnlich erfolgreich war und die Ergebnisse nicht mechanisch auf alle Märkte weltweit übertragen werden können.

Was sagt Siegel über Anleihen als Portfoliokomponente?

Siegel schließt Anleihen nicht aus — er erkennt ihre Rolle als Stabilisator an. Aber die Daten zeigen, dass Anleihen auf einem 20+-Jahres-Horizont das Portfoliorisiko nicht genug reduzieren, um ihre niedrigeren Renditen zu kompensieren. Für einen konservativen Investor haben sie dennoch einen Platz zur Stabilität.

Gibt es eine aktualisierte Ausgabe?

Ja, das Buch erschien in mehreren Ausgaben — die neueste ist von 2022–2023 und enthält aktualisierte Daten. Eine tschechische Übersetzung existiert unter dem Titel Akcie na dlouhou trať.

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