Strategie
Value Averaging: Eine klügere Art, regelmäßig zu investieren?
Das Wichtigste
- Value Averaging legt keinen festen Investitionsbetrag fest, sondern ein festes Zielwachstum für den Portfoliowert.
- Wenn der Markt fällt, investieren Sie mehr, wenn er steigt, weniger oder gar nicht — Sie kaufen systematisch günstig.
- Historische Daten deuten auf einen leichten Vorteil gegenüber DCA hin, aber der Unterschied ist gering.
- Die Strategie erfordert eine Liquiditätsreserve für Monate, in denen deutlich mehr investiert werden muss.
- Für die große Mehrheit der Anleger ist einfacheres DCA oder Lump Sum praktikabler.
Value Averaging ist eine Strategie, bei der Sie nicht entscheiden, wie viel Sie investieren, sondern wie schnell der Portfoliowert wachsen soll — und Sie passen den Betrag jeden Monat an das an, was der Markt getan hat.
Wie es konkret funktioniert
Sie setzen sich ein Ziel: Das Portfolio soll jeden Monat um 2.000 CZK wachsen. Wenn der Markt im Januar gefallen ist und das Portfolio um 500 CZK gesunken ist, investieren Sie 2.500 CZK (um es auf den Zielwert plus 2.000 CZK zurückzubringen). Wenn der Markt um 2.500 CZK gestiegen ist, investieren Sie nur 500 CZK — oder gar nichts. Im Extremfall einer starken Rallye verkaufen Sie möglicherweise sogar einen Teil der Position.
Im Vergleich zum klassischen DCA, das immer den gleichen Betrag investiert, kauft Value Averaging bei Kursrückgängen automatisch mehr — und senkt damit den durchschnittlichen Kaufpreis noch deutlicher.
Ergebnisse in Zahlen
Akademische Studien (Michael Edleson, 1988) zeigten, dass Value Averaging DCA historisch um Bruchteile bis hin zu einstelligen Prozentpunkten jährlich übertroffen hat. Der Unterschied ist real, aber nicht dramatisch. Er hängt auch vom Zeitraum und Markt ab.
Praktische Einschränkungen
- Sie müssen eine Barreserve für Monate mit großen Kursrückgängen vorhalten
- Notwendigkeit, den Zielwert jeden Monat zu berechnen — kann nicht vollständig automatisiert werden
- Verkäufe bei starken Rallyes können steuerpflichtige Einkünfte generieren
- Psychologisch anspruchsvoll: Bei Kursrückgängen investieren Sie viel, auch wenn alles bedrohlich erscheint
Für wen ist Value Averaging geeignet?
Für Anleger mit ausreichender Reserve, analytischem Ansatz und der Bereitschaft, jeden Monat die Berechnung durchzuführen. Wenn Sie Einfachheit suchen, wählen Sie einen Dauerauftrag für ETFs — und kombinieren Sie ihn mit dem Nachkaufen bei Kursrückgängen, wo die Logik klar ist ohne komplizierte Mathematik.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich Value Averaging von DCA?
DCA investiert immer einen festen Betrag. Value Averaging legt ein Zielwachstum für den Portfoliowert fest und passt den Investitionsbetrag jeden Monat an — bei Kursrückgängen mehr, bei Rallyes weniger oder gar nichts.
Ist Value Averaging besser als DCA?
Leicht ja, gemäß historischen Daten. Der Unterschied beträgt typischerweise Bruchteile bis einstellige Prozentpunkte jährlich. Aber es erfordert eine Barreserve und monatliche Berechnungen — für viele Anleger nicht praktisch.
Was ist das größte Risiko von Value Averaging?
Unzureichende Liquidität bei einem deutlichen Kursrückgang. Wenn Sie keine Reserve haben, können Sie die Strategie nicht einhalten. Eine nicht eingehaltene Strategie ist schlechter als ein einfacherer Ansatz, der tatsächlich langfristig funktioniert.
Muss ich bei Value Averaging verkaufen?
Technisch gesehen ja — bei einer starken Markt-Rallye kann der Zielwert den Verkauf eines Teils der Position erfordern. Das generiert ein steuerpflichtiges Ereignis. Daher verwenden viele Anleger eine modifizierte Version, bei der sie nur Käufe einschränken, aber nicht verkaufen.