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Frühjahrs-Portfolio-Review: Allokation, Kosten, Ziele — was einmal jährlich zu prüfen ist
Das Wichtigste
- Eine jährliche Portfolioüberprüfung bedeutet kein Umschichten — sie bedeutet zu prüfen, ob die Gewichtungen dem Plan entsprechen und ob sich Ziele oder Lebenssituation geändert haben.
- Allokationsdrift (Abweichung von den Zielgewichtungen aufgrund von Marktbewegungen) ist normal — Rebalancing korrigiert es, idealerweise durch neue Käufe statt Verkäufe.
- TERs von Fonds ändern sich — einmal jährlich prüfen, ob der Emittent die Gebühr gesenkt hat oder ob für dieselbe Exposure eine günstigere Alternative existiert.
- Lebenssituationen entwickeln sich — Horizont, Liquiditätsbedarf oder die Höhe regelmäßiger Einzahlungen können sich ändern, und die Allokation sollte das widerspiegeln.
- Eine Überprüfung sollte nicht länger als eine Stunde dauern — wenn sie länger dauert, ist das Portfolio wahrscheinlich unnötig komplex.
1. Allokation überprüfen
Nach einem Jahr Marktbewegungen verschieben sich die Fondsgewichtungen im Portfolio — das nennt man Allokationsdrift. Wenn Sie 80% IWDA und 20% EIMI geplant hatten, Technologie letztes Jahr aber stark gewachsen ist, kann IWDA nun bei 88% und EIMI bei 12% liegen. Das ist normal — und Rebalancing wird es korrigieren. Der eleganteste Ansatz: neue Käufe in die untergewichtete Position lenken. Versuchen Sie, Verkäufe zu vermeiden — sie lösen Steuerpflichten aus.
2. Kosten überprüfen
TERs von Fonds ändern sich. Große Emittenten wie iShares, Vanguard und SPDR senken regelmäßig die Gebühren bei ihren beliebtesten Fonds. Einmal jährlich auf justETF prüfen, ob:
- Ihr Fonds den TER gesenkt hat,
- ein neuerer oder günstigerer ETF für dieselbe Exposure existiert,
- Ihr Broker die Handels- oder Kontogebühren geändert hat.
Bei Fonds mit einem TER über 0,5% lohnt es sich, Alternativen zu prüfen — besonders bei Themen-ETFs.
3. Ziele und Situation überprüfen
Das Portfolio sollte Ihre aktuelle Lebenssituation widerspiegeln — nicht die, die zu dem Zeitpunkt herrschte, als Sie es aufgebaut haben. Fragen, die zu beantworten sind:
- Hat sich mein Anlagehorizont geändert? (nähert sich eine große Ausgabe, Jobwechsel, Familie?)
- Hat sich meine Risikobereitschaft geändert?
- Habe ich noch eine ausreichende Notfallreserve außerhalb der Investitionen?
Wenn sich die Situation geändert hat, könnte es Zeit für eine konservativere Allokation sein — oder umgekehrt eine risikoreichere Komponente hinzuzufügen, wenn Zeit und Stabilität zugenommen haben.
Was nicht zu ändern ist
Eine Frühjahrsüberprüfung ist keine Gelegenheit, das Portfolio nach den Vorjahresrenditen umzuschichten. Was gefallen ist zu verkaufen und was gestiegen ist zu kaufen, ist ein klassischer Timing-Fehler. Der langfristige Plan bleibt gültig — die Überprüfung kalibriert ihn nur. Ein Portfolio-Aufbauleitfaden findet sich im Artikel wie man das erste Portfolio zusammenstellt. Eine Übersicht der Renditeprojektionen ist auf der Projektionsseite.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich mein Portfolio rebalancieren?
Für die meisten langfristigen Anleger reicht einmal jährlich. Wenn das Portfolio stark steigt oder fällt, kann es sinnvoll sein, bei Überschreiten einer Schwelle zu rebalancieren (z.B. 5% Abweichung von den Zielgewichtungen), aber für ein einfaches 2–3 ETF-Portfolio ist eine jährliche Überprüfung völlig ausreichend.
Muss ich beim Rebalancing Fonds verkaufen?
Idealerweise nicht. Neue Einzahlungen in die untergewichtete Position lenken — damit kehren Sie zu den Zielgewichtungen zurück, ohne steuerliche Auswirkungen. Nur verkaufen, wenn die Abweichung zu groß ist oder neue Einzahlungen zum Ausgleich nicht ausreichen.
Wie finde ich heraus, ob eine günstigere Alternative zu meinem ETF existiert?
justETF.com ermöglicht die Filterung von ETFs nach Index und Sortierung nach TER. Geben Sie Ihren Basisindex (z.B. MSCI World) ein und vergleichen Sie verfügbare Fonds. Vor dem Wechsel auch Transaktionskosten und steuerliche Auswirkungen des Verkaufs des bestehenden Fonds einkalkulieren.