Náklady, brokeři a praxe
Die wahren Kosten des „gebührenfreien" Investierens
Das Wichtigste
- Keine Provision bedeutet nicht keine Kosten — der Broker muss anderweitig verdienen.
- Payment for Order Flow (PFOF) ist in der EU verboten, doch der Spread bleibt eine Einnahmequelle.
- Eine Forex-Gebühr bei der Währungsumrechnung kann die vermeintlich gesparte Provision übersteigen.
- Nicht-Handelsgebühren für Auszahlungen, Inaktivität oder Kontoführung summieren sich schnell.
- Vergleichen Sie die Gesamtkosten, nicht nur das Vorhandensein oder Fehlen einer Provision.
„Gebührenfreies" Investieren gibt es nicht — ein Broker, der keine Handelsprovision verlangt, verdient auf andere Weise, und diese versteckten Kosten können klassische Provisionen übersteigen.
Wie ein Broker ohne Provision verdient
Es gibt vier Haupteinnahmequellen bei „gebührenfreien" Brokern:
- Spread — die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis eines Instruments. Der Broker verkauft Ihnen etwas teurer, als er selbst eingekauft hat.
- Forex-Gebühr — bei der Währungsumrechnung erhebt der Broker eine Marge über dem Interbanken-Kurs, typischerweise 0,15–1,5 %.
- Payment for Order Flow (PFOF) — Weiterleitung von Kundenaufträgen an einen Market Maker gegen Zahlung. In der EU seit 2026 verboten, außerhalb der EU jedoch noch üblich.
- Nicht-Handelsgebühren — für Auszahlungen, Inaktivität, Kontoführung, Papierauszüge oder den Wechsel zu einem anderen Broker.
Wie der Spread beim ETF-Kauf wirkt
Bei großen ETFs an Hauptbörsen ist der Spread sehr niedrig — typischerweise 0,01–0,1 %. Bei weniger liquiden Instrumenten oder außerhalb der Haupthandelszeiten kann er deutlich steigen. Daher lohnt es sich, während der aktiven Handelszeiten zu kaufen (typischerweise 9:00–17:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit für europäische Börsen).
Nicht-Handelsgebühren — was wir übersehen
Auszahlungsgebühren (meist 1–5 EUR), Inaktivitätsgebühren (wenn Sie nicht jedes Quartal handeln), Papierauszüge oder telefonische Ordergebühren — diese Posten summieren sich und können erheblicher sein als die eigentlichen Handelsprovisionen. Prüfen Sie das Preisverzeichnis Ihres Brokers und vergleichen Sie es mit Alternativen im Leitfaden Broker-Auswahl.
Wie man richtig vergleicht
Statt Provisionen zu vergleichen, vergleichen Sie das Gesamtkostenprofil für Ihr konkretes Szenario: wie oft Sie kaufen, in welcher Währung, welche Beträge und ob Sie Auszahlungen planen. Denken Sie ebenso über Kosten als Ganzes nach — ignorieren Sie keine Schicht.
Häufige Fragen
Wie verdient ein Broker ohne Provisionen?
Vor allem durch den Spread (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis), Forex-Gebühren bei Währungsumrechnungen sowie verschiedene Nicht-Handelsgebühren für Auszahlungen, Inaktivität oder Kontoführung. Wirklich kostenlos gibt es nicht.
Was ist Payment for Order Flow?
Eine Praxis, bei der ein Broker Kundenaufträge gegen Zahlung an einen Market Maker weiterleitet. In der EU seit 2026 verboten. Sie führte zu einem potenziellen Interessenkonflikt — der Broker bevorzugte möglicherweise den zahlenden Market Maker statt den mit dem besten Preis.
Wie groß ist der Spread bei ETFs?
Bei großen, liquiden ETFs an Hauptbörsen typischerweise 0,01–0,1 %. Bei weniger liquiden Fonds oder außerhalb der Haupthandelszeiten kann er deutlich höher sein. Kaufen Sie immer dann, wenn die entsprechende Börse geöffnet ist.
Wie ermittle ich die tatsächlichen Kosten meines Brokers?
Laden Sie das vollständige Preisverzeichnis herunter (nicht nur die Provisionsübersicht) und berechnen Sie Ihre typischen Jahreskosten: Forex-Gebühren × Anzahl der Käufe + Nicht-Handelsgebühren. Erst dann mit Alternativen vergleichen.