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Weihnachtsrally und Januareffekt: Warum man saisonalen Märchen nicht glauben sollte

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Das Wichtigste

Weihnachtsrally und Januareffekt sind die zwei meistzitierten saisonalen Marktmythen – und obwohl statistisch eine schwache Tendenz zu Bewegungen in diesen Perioden besteht, funktionieren sie als Handelsstrategie langfristig nicht.

Was die Daten sagen

Historisch gesehen sind Aktien im Dezember und Januar leicht überdurchschnittlich gewachsen. Die Gründe sind vielfältig: Steuerverkäufe zum Jahresende, Reinvestition von Boni, Neujahrsoptimismus. Das Problem: Sobald eine Anomalie öffentlich bekannt ist, preist der Markt sie im Voraus ein. Wenn alle eine Weihnachtsrally erwarten, kaufen sie früher – und „kaufen sie damit vorweg". Der Effekt schwächt sich ab oder verschwindet.

Der Preis saisonaler Spekulation

Ein Anleger, der saisonale Bewegungen ausnutzen will, zahlt einen Preis:

Kernaussage: Wenn Sie nur die 10 besten Handelstage über 20 Jahre verpassen, kann das die Gesamtrendite Ihres Portfolios um ein Drittel oder mehr reduzieren. Und diese Tage sind unvorhersehbar.

Was stattdessen zu tun ist

Der Dezember ist die ideale Zeit für eine jährliche Portfolioüberprüfung – Rebalancing, Fondsprüfung und Planung für das neue Jahr. Es ist keine Zeit für saisonale Spekulation. Ein passiver Anleger richtet einfach einen automatischen regelmäßigen Kauf über DCA ein und lässt den Markt seine Arbeit machen – im Dezember wie in jedem anderen Monat.

Wie man Investitionsschritte für das neue Jahr plant, erfahren Sie im Artikel Investitionsvorsätze für das neue Jahr setzen.

Häufige Fragen

Was ist die Weihnachtsrally?

Die Tendenz der Aktienmärkte, in der letzten Jahreswoche und den ersten Januartagen leicht überdurchschnittlich zu wachsen. Statistisch existiert sie, als Handelsstrategie ist sie jedoch unzuverlässig und kostspielig.

Was ist der Januareffekt?

Die historische Tendenz von Nebenwerten und dem Gesamtmarkt zu höheren Renditen im Januar. Er wird durch Steuerverkäufe im Dezember und Reinvestition im Januar erklärt. Der Effekt ist schwach und schwächt sich seit seiner Beschreibung weiter ab.

Lohnt es sich, saisonale Anomalien zu handeln?

Für einen langfristigen passiven Anleger nein. Transaktionskosten, Steuern und das Risiko, die besten Markttage zu verpassen, führen dazu, dass das Ergebnis meist schlechter ist als eine einfache Kaufen-und-Halten-Strategie.

Was sollte ich im Dezember als Anleger tun?

Portfolio überprüfen, Allokation rebalancieren und Investitionen für das neue Jahr planen. Nicht auf die Weihnachtsrally spekulieren. Regelmäßige Käufe über DCA funktionieren im Dezember genauso gut wie in anderen Monaten.

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