Investiční slovník
NAV (Nettoinventarwert): was er ist und warum er wichtig ist
Das Wichtigste
- NAV (Net Asset Value) ist der Nettoinventarwert eines Fonds, berechnet je Anteilseinheit. Fonds berechnen ihn typischerweise einmal täglich nach Börsenschluss.
- Bei ETFs gibt es neben dem NAV auch einen Börsenkurs, zu dem der ETF tagsüber gehandelt wird. Diese beiden Werte können leicht voneinander abweichen — das nennt man Prämie oder Abschlag.
- Arbitrageure und autorisierte Teilnehmer (APs) sorgen dafür, dass die Differenz zwischen Börsenkurs und NAV gering bleibt — über den Kreierungs- und Rücknahmemechanismus.
- Für langfristige Anleger ist der NAV beim Vergleich von Fonds und beim Verfolgen der tatsächlichen Performance entscheidend — der Börsenkurs kann das Bild kurzfristig verzerren.
Wie der NAV berechnet wird
Die Formel ist einfach: NAV = (Gesamtvermögen des Fonds − Verbindlichkeiten) ÷ Anzahl ausstehender Anteile. Zum Vermögen gehören alle Aktien, Anleihen oder sonstigen Wertpapiere des Fonds zuzüglich Barmitteln. Verbindlichkeiten sind Verwaltungsgebühren, eventuelle Schulden oder sonstige Forderungen. Das Ergebnis wird durch die Gesamtzahl der ausgegebenen Anteile geteilt und ergibt den NAV je Einheit. Investmentfonds veröffentlichen den NAV in der Regel einmal täglich — nach Börsenschluss, wenn die Schlusskurse aller Positionen bekannt sind.
ETFs: NAV vs. Börsenkurs
Bei ETFs gibt es eine zusätzliche Besonderheit. Ein ETF wird den ganzen Tag wie eine Aktie an der Börse gehandelt — sein Kurs bewegt sich in Echtzeit. Der NAV wird jedoch nur einmal täglich berechnet. Während der Handelszeit existieren also zwei Zahlen: der indikative NAV (laufende Schätzung) und der Börsenkurs, zu dem Sie den ETF tatsächlich kaufen oder verkaufen.
Wer verhindert, dass die Preise auseinanderlaufen
Der Mechanismus, der den Börsenkurs nah am NAV hält, heißt Creation-Redemption-Prozess. Spezialisierte Händler — autorisierte Teilnehmer (APs) — können beim Emittenten große Blöcke von ETF-Anteilen kaufen oder gegen die Basiswerte zurückgeben. Ist der ETF zu teuer, verkaufen APs ihn an der Börse und kaufen die Basiswerte — und umgekehrt. Diese Arbitrage drückt den Kurs zurück zum NAV.
Warum Anleger den NAV verfolgen sollten
Für langfristige passive Anleger ist der NAV in zwei Situationen entscheidend. Erstens beim Fondsvergleich — die Performance wird anhand der NAV-Entwicklung verglichen, nicht anhand des Börsenkurses. Zweitens beim Verfolgen des tatsächlichen Portfoliowerts — Broker-Apps zeigen heute den Börsenkurs, der aber zum Zeitpunkt der Berechnung nur Sekunden aktuell sein kann. Mehr zur ETF-Auswahl im Artikel was ist ein ETF und wie unterscheidet er sich von einem Investmentfonds oder in der ETF-Übersicht.
NAV und Dividenden
Wenn ein ausschüttender Fonds eine Dividende zahlt, fällt sein NAV um den ausgeschütteten Betrag — genau wie der Aktienkurs am Ex-Dividende-Tag. Bei einem thesaurierenden Fonds bleibt die Dividende im Fonds und zeigt sich im steigenden NAV. Deshalb können Sie die Performance eines ausschüttenden und eines thesaurierenden Fonds nicht einfach durch Preisvergleich gegenüberstellen — Sie brauchen eine „Total Return"-Perspektive. Mehr zum Unterschied im Artikel thesaurierende vs. ausschüttende ETFs.
Häufige Fragen
Wann wird der NAV veröffentlicht?
In der Regel einmal täglich nach Börsenschluss der Börse, an der die Basiswerte des Fonds gehandelt werden. Der ETF-Emittent veröffentlicht den NAV üblicherweise im Laufe des Abends oder spätestens am nächsten Morgen.
Kann ich einen ETF zum NAV kaufen?
Nicht direkt. Sie kaufen einen ETF zum Börsenkurs, der leicht vom NAV abweichen kann. Bei großen und liquiden ETFs ist der Unterschied minimal — in der Regel unter 0,1%. Bei weniger liquiden oder exotischeren Fonds kann er höher sein.
Was bedeutet es, wenn ein ETF mit Abschlag gehandelt wird?
Ein Abschlag bedeutet, dass der Börsenkurs des ETF unter seinem NAV liegt — Sie kaufen Vermögenswerte für weniger, als sie tatsächlich wert sind. Das klingt verlockend, signalisiert aber in der Regel geringere Liquidität oder Marktstress — keine "Sonderaktion" im herkömmlichen Sinne.