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Genomik: Wie man in den Sektor investiert, welche Unternehmen und welche ETFs
Das Wichtigste
- Genomik ist der Schnittpunkt von Biologie, Informatik und Medizin — DNA-Sequenzierung, CRISPR-Geneditierung und personalisierte Medizin sind echte Technologien, kein Hype.
- Illumina dominiert den Sequenzierungsmarkt, sieht sich aber starker Konkurrenz von BGI und Preisdruck auf Sequenzierer gegenüber.
- CRISPR Therapeutics, Editas Medicine und Beam Therapeutics sind Pre-Revenue- oder frühe kommerzielle Wetten mit binärem klinischen Studienrisiko.
- ARKG ist ein aktiv verwalteter Fonds mit hoher Volatilität und historisch schwacher Performance nach 2021 — die TER ist deutlich höher als passive Alternativen.
- Dies ist keine Anlageberatung — Genomik eignet sich nur als kleiner Satellit für langfristige Anleger mit Toleranz für extreme Volatilität.
Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier erhielten 2020 den Nobelpreis für Chemie. Wofür? Für die Entdeckung, wie man DNA präzise wie ein Texteditor schneiden und umschreiben kann. CRISPR-Cas9 erwies sich als Revolution im Labor. Aber vom Labor zum Medikament ist es ein langer Weg — und vom Medikament zum Gewinn für Aktionäre ist es noch länger und kurvenreicher. Genomik ist faszinierende Wissenschaft, die noch lernt, ein Geschäft zu sein.
Was das Genomik-Investitionsthema tatsächlich umfasst
- DNA-Sequenzierung — Illumina dominiert mit über 90 % Marktanteil bei Forschungssequenzierern.
- Geneditierung — CRISPR Therapeutics, Editas Medicine, Intellia Therapeutics, Beam Therapeutics.
- Gentherapie — Bluebird Bio, Spark Therapeutics (Teil von Roche).
- Genomische Diagnostik — Exact Sciences (Cologuard), Guardant Health.
Illumina: Monopol mit Problemen
Illumina hat eine Dominanz, die ohne Übertreibung als Monopol auf dem Forschungssequenzierungsmarkt bezeichnet werden kann. Dennoch hat der Aktienkurs vom Hoch 2021 einen brutalen Einbruch erlitten. Ursachen: überteuerte Grail-Akquisition, chinesische Konkurrenz durch BGI, und Selbstkannibalisierung der Margen durch die NovaSeq X Plattform.
CRISPR-Unternehmen: Binäre Wetten mit Nobelpreisträger-Gründern
2023 erhielten CRISPR Therapeutics und Vertex Pharmaceuticals die Zulassung für Casgevy — die weltweit erste CRISPR-Therapie. Ein historischer medizinischer Meilenstein. Aber der Therapiepreis beträgt über zwei Millionen Dollar pro Patient, die Erstattung ist langsam und komplex. Die erste CRISPR-Therapie der Welt zu sein bedeutet nicht automatisch kommerziellen Erfolg.
Wie man Genomik ins Portfolio aufnimmt
Genomik ist eines der spekulativsten Sektoren. Exponierung ist über Illumina als etablierter Player, ARKG oder ein UCITS-Äquivalent als ETF möglich. Eine Genomikposition sollte 2–5 % des Portfolios nicht überschreiten. Dies ist keine Anlageberatung.
Häufige Fragen
Was ist CRISPR und warum ist es für Anleger wichtig?
CRISPR-Cas9 ist eine Geneditierungstechnologie, die eine präzise Modifikation von DNA-Sequenzen ermöglicht. Für Anleger ist sie wichtig, weil Unternehmen wie CRISPR Therapeutics oder Intellia Therapeutics potenziell revolutionäre Medikamente darauf aufbauen. Die erste CRISPR-Therapie Casgevy erhielt 2023 die Zulassung — Beweis, dass die Technologie klinisch funktioniert. Kommerzieller Erfolg und langfristige Rentabilität bleiben offene Fragen.
Warum ist ARKG nach 2021 so dramatisch gefallen?
ARKG profitierte 2020–2021 von extrem niedrigen Zinssätzen, dem Covid-bedingten Verlangen nach wissenschaftlichen Durchbrüchen und aggressivem ARK-Fondsmarketing. Als die Zinsen 2022 stark stiegen, wurden die weit entfernten zukünftigen Cashflows von Genomikunternehmen mathematisch abgewertet. Zudem verdienten viele Unternehmen im Portfolio von ARKG noch kein Geld.
Was ist der Unterschied zwischen einem Genomik-ETF und einem breiten Biotech-ETF?
Ein Biotech-ETF wie IBB umfasst etablierte Unternehmen wie Amgen oder Gilead mit echten Umsätzen neben kleineren Spekulanten. Ein Genomikfonds wie ARKG konzentriert sich ausschließlich auf Unternehmen, die auf genomischen Technologien aufgebaut sind — stärkere Konzentration in Pre-Revenue- oder frühen kommerziellen Unternehmen mit deutlich höherer historischer Volatilität.