CCompound

Strategie

Anlagehorizont und wie man die Strategie danach wählt

6 Min. LesezeitCompound

Das Wichtigste

Der Anlagehorizont ist die Dauer, über die Sie planen, Geld ohne Auszahlungsbedarf arbeiten zu lassen — und er ist wahrscheinlich der wichtigste Parameter der gesamten Anlagestrategie.

Warum der Horizont entscheidet

Aktien sind kurzfristig sehr volatil — der S&P 500 kann innerhalb eines Jahres um 30–40 % fallen. Auf einem 15–20-Jahres-Horizont hat er historisch jedoch keine negative Rendite verzeichnet. Zeit ist der größte Risikodämpfer. Wenn Sie das Geld in 3 Jahren brauchen, können Sie es sich nicht leisten, auf eine Erholung nach einem Einbruch zu warten.

Wie der Horizont die Allokation beeinflusst

Häufigster Fehler: Anleger mit 20-jährigem Horizont halten eine konservative Allokation aus Angst vor kurzfristigen Einbrüchen. Dadurch verzichten Sie auf einen erheblichen Teil der langfristigen Rendite. Zinseszins funktioniert nur, wenn Sie tatsächlich Aktien halten.

Der Horizont verändert sich

Mit 30 Jahren haben Sie für Rentenersparnisse einen 35-jährigen Horizont. Mit 55 verkürzt er sich auf 10 Jahre — und es ist Zeit, den Aktienanteil schrittweise zu reduzieren. Die „100 minus Alter"-Regel (Aktienanteil in %) ist ein grobes, aber intuitiv verständliches Orientierungsraster für den Anfang.

Vorsicht vor gemischten Horizonten

Viele Menschen mischen Geld mit unterschiedlichen Horizonten in einem einzigen Portfolio: Urlaubssparen (1 Jahr), Auto (5 Jahre) und Rente (30 Jahre) im selben Fonds. Jedes Ziel sollte eine eigene, seinem Horizont entsprechende Allokation haben. Wie man ein Portfolio nach Zielen aufbaut, erklärt der Artikel über das erste Portfolio. Zur Orientierung über verfügbare Instrumente dient die ETF-Übersicht.

Häufige Fragen

Was ist ein Anlagehorizont?

Die Dauer, über die Sie planen, Geld investiert zu lassen, ohne es abzuheben. Es ist der Schlüsselparameter für die Bestimmung der optimalen Vermögensallokation und des akzeptablen Volatilitätsniveaus.

Wie langen Horizont brauche ich für Aktien?

Mindestens 7–10 Jahre, damit das Risiko einer negativen Rendite akzeptabel ist. Auf einem 15–20-Jahres-Horizont hat der S&P 500 historisch keine negative Rendite verzeichnet. Ein kürzerer Horizont erfordert einen konservativeren Ansatz.

Was ist die 100-minus-Alter-Regel?

Ein einfaches Allokationsraster: Ziehen Sie Ihr Alter von 100 ab — das Ergebnis ist der empfohlene Aktienanteil im Portfolio. Mit 30 Jahren: 70 % Aktien. Mit 60 Jahren: 40 % Aktien. Sie dient nur als Orientierungsrahmen, nicht als Dogma.

Sollte ich ein Portfolio für alle Ziele haben?

Idealerweise nicht. Jedes Ziel mit einem anderen Horizont sollte eine eigene Allokation haben. Geld für einen Urlaub nächstes Jahr gehört auf ein Sparkonto. Geld für die Rente in 30 Jahren gehört in Aktien. Die Vermischung beeinträchtigt beides.

In der App mit Werkzeugen öffnen →