Psychologie a chování
Renditejagd: Warum der Kauf des Vorjahressiegers eine Falle ist
Das Wichtigste
- Renditejagd — das Kaufen dessen, was im letzten Jahr am stärksten gestiegen ist — ist ein statistisch belegter Fehler, der langfristige Renditen mindert.
- Das Gehirn wertet vergangene Performance als Vorhersage der Zukunft — doch der Markt widerlegt diese Logik regelmäßig.
- Anleger, die von Fonds zu Fonds springen, kaufen teuer und verkaufen günstig — genau das Gegenteil von dem, was sie sollten.
- Die Lösung ist einfach, aber psychologisch schwierig: Halten Sie ein diversifiziertes ETF unabhängig davon, welche Sektoren gerade im Trend liegen, und nutzen Sie DCA.
- Jedes Jahr ist ein anderer Sektor der „Beste" — wer auf Basis vergangener Ergebnisse kauft, kommt immer zu spät.
Renditejagd (Performance Chasing) ist die Tendenz, Fonds oder Aktien zu kaufen, die in der jüngsten Vergangenheit am stärksten gestiegen sind — und es ist einer der am besten dokumentierten und teuersten Fehler, den Anleger immer wieder begehen.
Wie der Fehler in der Praxis aussieht
Technologieaktien stiegen in Jahr X um 50 %. Freunde sprechen darüber, Medien schreiben Schlagzeilen. Anleger A, der bisher ein diversifiziertes globales ETF hielt, verkauft und wechselt in ein Technologie-ETF. In Jahr X+1 korrigiert die Technologiebranche um 30 %, während sein ursprüngliches Portfolio kaum bewegt war. Anleger A hat nicht nur die Rendite verpasst, sondern auch Steuern und Gebühren für den Wechsel bezahlt.
Warum uns das Gehirn dorthin treibt
Es handelt sich um eine Kombination zweier kognitiver Verzerrungen:
- Verfügbarkeitsheuristik: Jüngste und dramatische Ereignisse (Rekordgewinne) erscheinen wahrscheinlicher als sie sind.
- Trendextrapolation: Das Gehirn nimmt natürlicherweise an, dass was gestiegen ist weiter steigen wird — in der Natur macht das Sinn, an Märkten weniger.
- FOMO (Fear of Missing Out): Die Angst, den Zug zu verpassen, löst schnelle und unkritische Entscheidungen aus.
Dabei sind die Statistiken eindeutig: Die vergangene Performance eines Fonds hat keinen statistisch zuverlässigen Vorhersagewert für die zukünftige Performance. Jedes Jahr führt ein anderer Sektor — Technologie, Energie, Gesundheitswesen, Schwellenmärkte. Wer dem Sieger nachläuft, ist immer einen Schritt zu spät.
Was stattdessen zu tun ist
Die Strategie ist einfach, aber psychologisch schwierig: Wählen Sie ein diversifiziertes, kostengünstiges ETF (z. B. einen globalen Aktienindex) und halten Sie es unabhängig davon, was gerade im Trend liegt. Regelmäßiges DCA — Durchschnittskosteneffekt — eliminiert die Notwendigkeit, „den Markt zu timen", vollständig aus dieser Strategie.
Woran erkennt man, dass man in die Falle tappt?
Warnsignal: Sie überprüfen Performance-Rankings und denken über eine Umschichtung nach einem Rekordjahr eines Sektors nach. Positives Zeichen: Sie haben einen Plan basierend auf Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft — nicht auf den Ergebnissen des letzten Jahres. Mehr zur psychologischen Grundlage des Investierens im Blog-Bereich.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Weiterbildung und stellt keine Anlageberatung dar.
Häufige Fragen
Was ist Performance Chasing (Renditejagd)?
Die Tendenz, Fonds oder Aktien zu kaufen, die zuletzt hohe Renditen erzielt haben, in der Erwartung, dass dieser Trend anhält. Studien zeigen, dass diese Strategie im Durchschnitt niedrigere Renditen erzielt als ein passiver Ansatz.
Wie kann ich mich vor Performance Chasing schützen?
Legen Sie einen Investitionsplan mit einer klaren Strategie fest (z. B. globales Aktien-ETF, regelmäßiges DCA) und fragen Sie sich bei jedem Impuls, einen „heißen" Fonds zu kaufen: Ist das Teil meines Plans, oder reagiere ich auf Medienhype?
Ist es möglich, dass der Sieger des Vorjahres auch im nächsten Jahr gewinnt?
Ja, aber statistisch ist das selten und unvorhersehbar. Jedes Jahr führt ein anderer Sektor oder Markt. Das System des Performance Chasing funktioniert nur im Rückblick, nicht in die Zukunft.
Gilt das auch für FOMO bei Kryptowährungen?
Genau. FOMO — Fear of Missing Out — ist der Treibstoff der Renditejagd in jeder Anlageklasse. Die Regel gilt gleichermaßen für ETFs, Aktien und Kryptowährungen: Käufe nach einem medialen Höhepunkt enden selten gut.