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Der Konjunkturzyklus und wie Sektoren auf ihn reagieren
Das Wichtigste
- Der Konjunkturzyklus hat vier Phasen: Expansion, Höhepunkt, Rezession, Erholung.
- Zyklische Sektoren (Konsum, Industrie) wachsen mit der Wirtschaft; defensive (Gesundheitswesen, Versorger) sind stabiler.
- Sektorrotation klingt verlockend, aber Zyklusphasen im Voraus vorherzusagen ist sehr schwierig.
- Ein passiver Anleger muss die Rotation nicht aktiv verfolgen — ein globales ETF deckt alle Sektoren automatisch ab.
- Sektor-ETFs sind ein Werkzeug für erfahrenere Anleger mit einer klaren These.
Der Konjunkturzyklus ist ein wiederkehrendes Muster wirtschaftlicher Expansion und Kontraktion — und jede seiner Phasen begünstigt andere Aktiensektoren.
Die vier Phasen des Zyklus
Ökonomen unterscheiden typischerweise vier Phasen:
- Expansion — BIP wächst, Arbeitslosigkeit sinkt, Unternehmen investieren. Zyklische Sektoren laufen gut: Konsum, Industrie, Technologie.
- Höhepunkt — die Wirtschaft wächst am schnellsten, aber die Inflation steigt und Zentralbanken verteuern Kredite. Der Markt beginnt, eine künftige Verlangsamung einzupreisen.
- Rezession — BIP sinkt, Unternehmensgewinne unter Druck. Defensive Sektoren (Gesundheitswesen, Versorger, Basiskonsumgüter) halten sich besser.
- Erholung — die Wirtschaft stabilisiert sich, neues Wachstum beginnt. Finanzen und Industrie stehen typischerweise als erste an der Startlinie.
Zyklische vs. defensive Sektoren
Zyklische Sektoren (Automobil, Tourismus, Bauwesen) reagieren stark auf den Wirtschaftszustand — in Rezessionen fallen sie, in Expansionen steigen sie deutlich. Defensive Sektoren (Pharma, Lebensmittel, Strom) bieten stabile Nachfrage unabhängig von der Wirtschaft — Menschen essen und nehmen Medikamente auch in einer Krise.
Sektorrotation — verlockend, aber schwierig
Die Idee, zwischen Sektoren je nach Zyklusphase zu rotieren, ist logisch. In der Praxis wird es dadurch kompliziert, dass präzises Timing nahezu unmöglich ist — und Transaktionskosten sowie Steuern die Rendite der Strategie mindern. Was den gesamten Markt bewegt (Gewinne, Zinsen, Erwartungen) wird im Folgeartikel behandelt.
Was das für den passiven Anleger bedeutet
Ein globales Aktien-ETF deckt alle Sektoren gleichzeitig ab. Der Anleger ist von Rotations- und Timing-Risiko befreit. Sektor-ETFs sind ein Werkzeug für erfahrenere Anleger mit einer konkreten These — zum Beispiel auf Gesundheitswesen oder erneuerbare Energien. Wie man ein Ausgangsportfolio ohne Sektorwetten aufbaut, erklärt der Leitfaden für das erste Portfolio.
Häufige Fragen
Was ist der Konjunkturzyklus?
Ein wiederkehrendes Wechsel der Phasen wirtschaftlichen Wachstums und Rückgangs. Typischerweise werden vier Phasen unterschieden: Expansion, Höhepunkt, Rezession und Erholung. Jede Phase begünstigt andere Arten von Aktien und Branchen.
Welche Sektoren sind defensiv?
Gesundheitswesen, Basiskonsumgüter (Lebensmittel, Hygiene) und Versorger (Strom, Wasser). Deren Nachfrage ist unabhängig vom Konjunkturzyklus relativ stabil — deshalb bildet sie der Markt nicht so stark nach.
Macht Sektorrotation für einen typischen Anleger Sinn?
In der Regel nicht. Das präzise Timing von Zyklusphasen ist sehr schwierig, und der Markt läuft der Wirtschaft um Monate voraus. Ein globales ETF ohne Sektorwetten ist für die meisten Anleger die effizientere Wahl.