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Greenwashing in ESG-Fonds: Wie man es erkennt und sich nicht täuschen lässt
Das Wichtigste
- Greenwashing ist die bewusste oder unbeabsichtigte Übertreibung der ökologischen oder sozialen Eigenschaften eines Produkts.
- Schlüsseltest: Was schließt der Fonds konkret aus und wie groß ist der Unterschied zur Non-ESG-Version?
- Die EU-Verordnung SFDR klassifiziert Fonds in Artikel 6, 8 und 9 — aber selbst „Artikel 9" garantiert keine echte Nachhaltigkeit.
- Größte Warnsignale: vage Sprache im Prospekt, minimaler Portfoliounterschied zum Index, geringer Anteil tatsächlich ausgeschlossener Unternehmen.
- Unabhängige Datenquellen und Methodikdokumente sind zuverlässiger als Marketingmaterialien.
Greenwashing liegt vor, wenn ein Fonds oder ein Unternehmen als ökologisch oder sozial verantwortlich präsentiert wird, obwohl der tatsächliche Inhalt dem nicht entspricht — sei es bewusst oder durch die Bequemlichkeit einer Marketingabteilung.
Warum Greenwashing entsteht
ESG ist ein Modetrend und Anleger sind bereit, für „grüne" Produkte Prämiengebühren zu zahlen. Der Druck auf Fondsmanager, ESG-Produkte zu kreieren, führte dazu, dass viele einen bestehenden Fonds nahmen, ihn umbenannten und das Wort „nachhaltig" in den Titel einfügten. Die Regulierung hinkte dem Markt hinterher — die Regeln wurden zwar verschärft, aber Lücken bleiben.
Konkrete Warnsignale
- Minimale Abweichung vom klassischen Index: Wenn die Top-10-Positionen des ESG-Fonds mit der Non-ESG-Version identisch sind, schließt der Fonds in der Praxis nichts aus
- Vage Sprache: „berücksichtigt ESG-Faktoren" bedeutet keinen spezifischen Ausschluss oder eine Verpflichtung
- Fehlendes Methodikdokument: Ein seriöser Fonds veröffentlicht genau, was er misst und ausschließt; wenn Sie es nicht finden können, ist das ein Signal
- Fossil-Unternehmen in einem „grünen" Fonds: Der Best-in-Class-Ansatz erlaubt dies — aber es muss klar erklärt, nicht versteckt werden
Wie SFDR hilft (und wo es nicht ausreicht)
Die europäische SFDR-Verordnung (Sustainable Finance Disclosure Regulation) klassifiziert Fonds in Artikel:
- Artikel 6: kein besonderer ESG-Fokus
- Artikel 8: Der Fonds „bewirbt" ökologische oder soziale Merkmale
- Artikel 9: Der Fonds hat Nachhaltigkeit als Hauptziel
Artikel 9 ist am strengsten, aber auch dort gibt es unterschiedliche Ambitionsniveaus. Regulatoren verschärfen die Kriterien — dennoch: Lesen Sie das Methodikdokument, nicht nur das Label. Mehr zu den Grundlagen des ESG-Ansatzes finden Sie im Artikel ESG und nachhaltiges Investieren. Für einen Überblick der ETF-Segmente besuchen Sie den ETF-Navigator.
Häufige Fragen
Was ist Greenwashing?
Greenwashing ist die Darstellung eines Produkts oder Unternehmens als ökologisch oder sozial verantwortlich, ohne dass der Inhalt das unterstützt. Bei Investitionen bezieht es sich auf Fonds, die ein ESG-Label tragen, sich im Portfolio aber minimal von einem konventionellen Index unterscheiden.
Wie erkenne ich Greenwashing in einem ETF?
Vergleichen Sie die Top-10-Positionen mit der Non-ESG-Version des Fonds, lesen Sie das Methodikdokument und finden Sie heraus, was der Fonds genau ausschließt. Vage Sprache oder minimale Abweichung vom konventionellen Index sind die Hauptwarnsignale.
Was ist die SFDR-Verordnung?
SFDR ist eine europäische Verordnung, die Fonds nach dem Grad der ESG-Integration in Artikel 6, 8 und 9 klassifiziert. Artikel 9 ist am strengsten und erfordert, dass Nachhaltigkeit das Hauptziel des Fonds ist. Auch das garantiert jedoch keinen spezifischen Inhalt ohne Studium der Methodik.