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Strategie

Dynamische Entnahme: Wie man das Einkommen an die Marktentwicklung anpasst

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Das Wichtigste

Dynamische Entnahme ist ein Ansatz, bei dem die Höhe der Portfolioentnahme nicht fest ist, sondern sich der aktuellen Marktentwicklung und dem Portfoliowert anpasst — und damit die Lebensdauer im Vergleich zu einer starren Regel erheblich verlängert.

Warum feste Prozentsätze nicht ausreichen

Wenn Sie jedes Jahr genau 4 % des ursprünglichen Werts (inflationsbereinigt) entnehmen, unabhängig davon, was der Markt macht, geraten Sie in Schwierigkeiten, wenn kurz nach Beginn der Entnahmen ein Kursrückgang eintritt. Wie im Artikel zur 4%-Regel beschrieben, kann das Renditenreihenfolgerisiko die Mathematik auch bei guter Durchschnittsrendite zum Einsturz bringen.

Die Guardrails-Strategie (Guyton-Klinger)

Einen der ausgefeiltesten Ansätze für dynamische Entnahmen entwickelten William Guyton und William Klinger. Ihr „Guardrails"-Modell funktioniert so:

Ergebnis: Das Portfolio überlebt wesentlich längere und tiefere Kurseinbrüche, als die feste 4%-Regel erlaubt.

Wesentlicher Kompromiss: Dynamische Entnahme erfordert die Bereitschaft, in einem schlechten Jahr die Ausgaben um 10–20 % zu senken. Wenn Sie diese Flexibilität nicht haben (feste Miete, Hypothek, Gesundheitsausgaben), benötigen Sie ein sicheres festes Einkommen außerhalb des Portfolios — eine staatliche Rente oder Mieteinnahmen aus Immobilien.

Bargeldpolster als Puffer

Eine praktische Ergänzung zur dynamischen Entnahme: Halten Sie 12–24 Monate Ausgaben in Bargeld oder kurzfristigen Anleihen außerhalb des Hauptportfolios. In einem Kurseinbruchjahr müssen Sie keine Aktien verkaufen — Sie entnehmen aus dem Polster und lassen Aktien sich erholen. Damit eliminieren Sie das Renditenreihenfolgerisiko ohne komplexe Entnahmeregeln.

Wie man startet

Dynamische Entnahme ist nicht unbedingt komplex — selbst eine einfache Regel wie „Wenn das Portfolio um mehr als 20 % fällt, gebe ich in diesem Jahr weniger aus" ist besser als starre Entnahme. Schreiben Sie die Regeln im Voraus auf, in Ruhe — nicht mitten in einem Kurseinbruch.

Häufige Fragen

Was ist dynamische Entnahme?

Ein Ansatz, bei dem die Höhe der Portfolioentnahme sich an die Marktentwicklung anpasst. Anstatt jedes Jahr eines festen Prozentsatzes passen Sie Ihre Entnahme je nach Portfolioentwicklung nach oben oder unten an. Dies reduziert das Renditenreihenfolgerisiko und verlängert die Portfoliolebensdauer.

Was ist die Guardrails-Strategie?

Ein Modell von Guyton und Klinger, das obere und untere Leitplanken für Portfolioentnahmen festlegt. Wenn das Portfolio unter die untere Leitplanke fällt, wird die Entnahme um 10 % reduziert. Steigt es über die obere Leitplanke, wird die Entnahme um 10 % erhöht. Die Regeln werden automatisch, ohne Emotionen, angewendet.

Muss ich die Ausgaben bei einem Kurseinbruch unbedingt senken?

Nicht zwingend — aber wenn nicht, benötigen Sie eine alternative Einkommensquelle außerhalb des Portfolios (Miete, staatliche Rente, Erwerbseinkommen). Eine reine Portfoliorente ohne jegliche Ausgabenflexibilität ist die riskanteste Variante und erfordert die konservativste anfängliche Entnahmerate.

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