Důchod, renta a FIRE
Eine Anleiheleiter für regelmäßiges Renteneinkommen
Das Wichtigste
- Eine Anleiheleiter staffelt Anleihelaufzeiten so, dass jedes Jahr ein Teil des Portfolios fällig wird.
- Sie eliminiert sowohl das Reinvestitionsrisiko als auch das Risiko eines Verkaufs zum falschen Zeitpunkt.
- Eine Leiter funktioniert am besten mit Einzelanleihen, nicht mit Anleihefonds.
- Die Länge der Leiter sollte dem Auszahlungshorizont entsprechen, oder mindestens 5–10 Jahre betragen.
- Regelmäßige Kuponerträge ergänzen die Erlöse aus Fälligkeiten.
Eine Anleiheleiter (Bond Ladder) ist eine Strategie, bei der Sie Anleihen mit unterschiedlichen Fälligkeitsterminen kaufen, sodass jedes Jahr (oder alle zwei Jahre) ein Teil des Portfolios fällig wird und Liquidität bringt. Für Rentner ist es eine der elegantesten Methoden, um ein vorhersehbares Einkommen ohne Marktstress zu sichern.
Wie eine Leiter funktioniert
Stellen Sie sich vor, in Anleihen mit Laufzeiten von 1, 2, 3, 4 und 5 Jahren zu investieren. Jedes Jahr wird eine davon fällig — den Erlös verwenden Sie für Ausgaben oder reinvestieren ihn in eine neue Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit. Die Leiter erneuert sich kontinuierlich und Sie wissen genau, wie viel Sie wann bekommen.
- Jahre 1–5: sukzessive Anleihefälligkeiten, regelmäßige Liquidität.
- Laufende Reinvestition: eine neue Anleihe mit der längsten Laufzeit ersetzt die fällig gewordene.
- Kuponerträge: ergänzen den Cashflow zwischen den Fälligkeiten.
Was eine Leiter nicht löst
Eine Leiter schützt vor Marktrisiko, aber nicht vor Inflation oder dem Kreditrisiko des Emittenten. Deshalb ist es angemessen, Staats- oder investmentgradige Anleihen zu verwenden. Verlassen Sie sich auch nicht ausschließlich auf eine Leiter als Einkommensquelle — die Kombination mit Dividenden-ETFs oder Indexfonds liefert ein besseres Gesamtergebnis.
Praktische Umsetzung in Tschechien
In Tschechien ist der Markt für Einzelanleihen für Privatanleger weniger zugänglich als in den USA. Dennoch lässt sich eine Leiter aus tschechischen Staatsanleihen, auf Euro lautenden Staatsanleihen über einen Broker oder Anleihen supranationaler Institutionen zusammenstellen. Bei der Auswahl eines Brokers für Anleihen vergleichen Sie Gebühren und Marktzugang — unser Leitfaden wie man einen Broker in der Tschechischen Republik auswählt hilft dabei.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Anleiheleiter und einem Anleihefonds?
Ein Anleihefonds hat keine feste Laufzeit — sein Kurs schwankt mit den Zinssätzen und der Manager entscheidet über die Zusammensetzung. Eine Leiter aus Einzelanleihen hat feste Laufzeiten: Sie wissen genau, wie viel Sie wann bekommen, ohne Abhängigkeit vom Marktpreis.
Wie viele Anleihen brauche ich für eine Leiter?
Mindestens 4–5 für eine sinnvolle Staffelung der Laufzeiten. Ideal sind 8–10, wenn Sie über einen längeren Zeitraum jährliche Fälligkeiten wünschen. Es hängt von der Portfoliogröße ab — bei kleineren Portfolios sind die Transaktionskosten relativ höher.
Funktioniert eine Leiter auch bei niedrigen Zinssätzen?
Sie funktioniert, aber der Ertrag ist geringer. Bei niedrigen Zinsen dient eine Leiter hauptsächlich dem Kapitalschutz und der Cashflow-Vorhersehbarkeit. Die Renditekomponente liegt dann stärker im Aktienportfolio, das die Leiter ergänzt.