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Zinsen und Zinseszins einfach erklärt
Das Wichtigste
- Einfache Zinsen werden immer auf den ursprünglichen Betrag berechnet; Zinseszinsen wachsen exponentiell.
- Zinseszins funktioniert am besten bei einem langen Horizont — Zeit ist wichtiger als die Höhe der Einlage.
- Thesaurierende ETFs reinvestieren Erträge automatisch, sodass der Zinseszins ohne Ihr Zutun arbeitet.
- Selbst eine kleine monatliche Einlage kann dank des Zinseszinses über Jahrzehnte zu einem siebenstelligen Portfolio anwachsen.
Zinseszins bedeutet, dass Erträge aus einer Investition selbst weitere Erträge erwirtschaften — und der Portfoliowert immer schneller wächst.
Einfacher vs. Zinseszins
Sie legen 10.000 CZK an. Der Zinssatz beträgt 10 % pro Jahr.
- Einfacher Zins: Sie erhalten jedes Jahr 1.000 CZK (10 % der ursprünglichen 10.000 CZK). Nach 10 Jahren haben Sie 20.000 CZK.
- Zinseszins: Im ersten Jahr erhalten Sie 1.000 CZK und haben 11.000 CZK. Im zweiten Jahr erhalten Sie 10 % von 11.000 CZK = 1.100 CZK. Und so weiter — die Basis wächst jedes Jahr. Nach 10 Jahren haben Sie 25.937 CZK.
Der Unterschied scheint gering. Aber nach 30 Jahren: Einfacher Zins ergibt 40.000 CZK, Zinseszins über 174.000 CZK. Das ist die Kraft des Zinseszinses.
Warum ist Zeit der wichtigste Faktor?
Zinseszins wirkt exponentiell — anfangs langsam, dann immer schneller. Der größte Teil des Gewinns entsteht in den letzten Jahren des Investierens. Deshalb ist es entscheidend, so früh wie möglich zu beginnen — auch mit einem kleinen Betrag.
Beispiel: Pavel beginnt mit 25 Jahren zu investieren, Jana mit 35 Jahren. Beide investieren gleich viel und erzielen dieselbe Rendite. Pavel wird im Ruhestand etwa doppelt so viel haben wie Jana — nur weil er 10 Jahre früher begann.
Wie funktioniert Zinseszins in einem ETF?
Ein thesaurierender ETF reinvestiert automatisch alle Dividenden und Erträge zurück in den Fonds. Sie müssen nichts tun — der Fonds wächst von allein. Das ist Zinseszins in der Praxis. Mehr darüber, wie Sie diese Kraft nutzen können, lesen Sie im Artikel Die Kraft des Zinseszinses.
Die 72er-Regel — wie schnell verdoppelt sich Ihr Geld?
Eine schnelle Schätzung: Teilen Sie 72 durch die durchschnittliche Jahresrendite und erhalten Sie die ungefähre Anzahl der Jahre, die zur Verdopplung benötigt werden. Rendite 7 % pro Jahr? 72 ÷ 7 = etwa 10 Jahre. Rendite 10 %? Etwa 7 Jahre. Diese Regel dient nicht für genaue Berechnungen, hilft aber, die Kraft der Rendite zu verstehen. Wie man sie in der Praxis anwendet, erklärt der Artikel Was ist langfristiges Investieren und warum funktioniert es?
Häufige Fragen
Funktioniert Zinseszins auch auf einem Sparkonto?
Ja, aber mit einem viel niedrigeren Zinssatz. Ein Sparkonto mit 3,5 % Zinsen verdoppelt Ihr Geld in etwa 20 Jahren. Der Aktienmarkt mit einer durchschnittlichen Rendite von 7 % pro Jahr schafft das in etwa 10 Jahren. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung — es hängt von Ihrem Horizont und Ihrer Risikobereitschaft ab.
Muss ich Erträge manuell reinvestieren oder geschieht das automatisch?
Bei thesaurierenden ETFs (Acc) läuft alles automatisch — der Fonds reinvestiert Dividenden selbst. Bei ausschüttenden ETFs (Dist) erhalten Sie Dividenden auf Ihr Konto und müssen sie manuell reinvestieren; andernfalls funktioniert der Zinseszins nicht vollständig.
Soll ich einen großen Einmalbetrag investieren oder regelmäßig kleinere Summen?
Am besten eine Kombination: Haben Sie eine größere Summe, investieren Sie sie sofort (Zeit im Markt ist wichtig). Und richten Sie gleichzeitig einen regelmäßigen monatlichen Kauf ein. Studien zeigen, dass sofortiges Investieren meist besser abschneidet als das Strecken auf Raten, aber regelmäßiges Investieren reduziert emotionalen Stress und das Risiko eines schlechten Timings.