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Was ist ein Dividendenaktienindex und wie wird er zusammengestellt
Das Wichtigste
- Dividendenindizes versammeln Unternehmen mit hoher oder wachsender Dividendenrendite nach präzisen Regeln.
- Am bekanntesten sind Aristokraten-Indizes — Unternehmen, die ihre Dividende 25 (S&P) bzw. 10 Jahre (Europa) in Folge gesteigert haben.
- Dividenden-ETFs schließen das Risiko eines Kursrückgangs nicht aus — Dividende und Aktienkurs sind zwei verschiedene Dinge.
- Im tschechischen Steuerkontext unterliegen Dividenden einer 15%igen Quellensteuer; bei thesaurierenden ETFs wird die Steuer aufgeschoben.
- Dividendenindizes tendieren zu Wertsektoren — Finanzwesen, Energie, Gesundheitswesen.
Ein Dividendenindex ist ein Aktienindex, der aus Unternehmen besteht, die regelmäßig Dividenden zahlen oder diese langfristig steigern — und strenge Kriterien für Liquidität und Marktgröße erfüllen.
Wie ein solcher Index zusammengestellt wird
Jeder Dividendenindex hat seine eigenen Regeln, aber das allgemeine Vorgehen sieht wie folgt aus:
- Filter für Dividendenkontinuität — das Unternehmen muss die Dividende ohne Unterbrechung gezahlt haben (typischerweise 5–25 Jahre).
- Wachstumsfilter — bei Aristokraten muss die Dividende jedes Jahr steigen.
- Liquiditäts- und Größenfilter — das Unternehmen muss eine Mindestmarktkapitalisierung und ein Mindesthandelsvolumen erreichen.
- Gewichtung — entweder nach Dividendenrendite oder nach Kapitalisierung.
Die bekanntesten Dividendenindizes
Die S&P 500 Dividend Aristocrats versammeln amerikanische Unternehmen mit mindestens 25 Jahren kontinuierlichem Dividendenwachstum. MSCI Europe High Dividend Yield konzentriert sich primär auf die Höhe der Dividendenrendite in Europa. Über konkrete Unternehmen aus der S&P-Aristokratengruppe schreiben wir im Artikel über Dividendenaristokraten.
Dividendenindizes und Steuern in Tschechien
In Tschechien unterliegen Dividenden aus Aktien und ausschüttenden ETFs einer 15%igen Quellensteuer. Eine thesaurierende ETF-Variante (ISIN beginnend mit „IE" für irischen Domizil) schüttet keine Dividenden aus — der Fonds reinvestiert sie, und Sie schieben die Steuer bis zum Verkaufszeitpunkt auf. Dies wird ausführlich im Artikel über thesaurierende vs. ausschüttende ETFs behandelt.
Wann ein Dividendenindex sinnvoll ist
Eine Dividendenstrategie ist kein Allheilmittel — eine Dividende kann gekürzt oder gestrichen werden, während der Aktienkurs fällt. Sie ist sinnvoll für Anleger, die regelmäßige Einnahmen aus einem Portfolio benötigen (Rentner, Menschen nahe der finanziellen Unabhängigkeit) oder als Ergänzung zu einem breiten Markt-ETF, um die Exposition gegenüber Wertunternehmen zu erhöhen. Die grundlegende ETF-Auswahl wird auf der ETF-Navigator-Seite beschrieben.
Häufige Fragen
Was ist ein Dividendenindex?
Ein Index aus Aktien von Unternehmen, die regelmäßig Dividenden zahlen oder diese langfristig steigern. Er wird nach präzisen Regeln zusammengestellt — Länge der Dividendenhistorie, Mindestmarktkapitalisierung und Liquidität.
Was ist der Unterschied zwischen einem Dividendenaristokraten und einer normalen Dividendenaktie?
Ein Aristokrat muss seine Dividende jedes Jahr ausnahmslos steigern — in den USA 25 Jahre, in Europa typischerweise 10 Jahre. Eine normale Dividendenaktie zahlt einfach eine Dividende; sie muss sie nicht steigern.
Wie werden Dividenden in Tschechien besteuert?
Dividenden aus Aktien und ausschüttenden ETFs unterliegen einer 15%igen Quellensteuer. Bei thesaurierenden ETFs mit irischem Domizil werden Dividenden automatisch reinvestiert, und die Steuer entsteht erst beim Verkauf des Anteils.