Dividendy
Aufbau in der Jugend, Ausschüttung im Ruhestand: Den Übergang meistern
Das Wichtigste
- In der Aufbauphase ist Reinvestition vorteilhaft – der Zinseszins arbeitet auf Hochtouren; akkumulierende ETFs tun dies automatisch.
- Der Übergang zur Ausschüttungsphase bedeutet nicht, alles über Nacht umzustellen – ein schrittweiser Wechsel ergibt mehr Sinn.
- Akkumulierende ETFs müssen nicht zwingend verkauft werden; bei Einkommensbedarf kann einfach sukzessive ein Teil verkauft werden.
- Ausschüttende ETFs in der Entnahmephase liefern regelmäßiges Einkommen, ohne dass entschieden werden muss, was verkauft wird.
Der Übergang von der Aufbauphase des Investierens zur Entnahmephase – von „Ansparen" zu „Entnehmen" – ist eine der wichtigsten Investitionsentscheidungen im Leben.
Warum in der Aufbauphase akkumulierende ETFs nutzen?
In der Aufbauphase (typischerweise von der ersten Investition bis 10–15 Jahre vor dem geplanten Ruhestand) sind akkumulierende ETFs steuerlich effizienter. Sie reinvestieren Dividenden automatisch, ohne dass diese versteuert werden – und nach drei Jahren (Haltedauertest) sind Gewinne aus Verkäufen in der Tschechischen Republik steuerfrei. Dividenden hingegen unterliegen immer der 15%-Quellensteuer.
Wann mit dem Übergang beginnen?
Es gibt keinen genauen Zeitpunkt. Die meisten Finanzplaner empfehlen, 5–10 Jahre vor dem geplanten Beginn der Entnahme einen Teil des Portfolios umzuschichten. Der Übergang sollte schrittweise erfolgen – der Verkauf akkumulierender Positionen und der Kauf ausschüttender ETFs oder Dividendenaktien kann auf mehrere Jahre verteilt werden.
Wie sieht die Entnahmephase aus?
In der Entnahmephase senden Ihnen Dividenden-ETFs oder direkte Dividendenaktien Geld auf das Konto, ohne dass Sie etwas verkaufen müssen. Vorteil: Einfachheit und Vorhersehbarkeit. Nachteil: Dividenden werden immer mit 15% besteuert, ohne Möglichkeit des Haltedauertests. Für den Vergleich beider Instrumente siehe akkumulierende vs. ausschüttende ETFs.
Praktischer Übergangsplan
- 10 Jahre vor dem Ruhestand: Ausschüttungskomponente hinzufügen beginnen (20–30% des Portfolios)
- 5 Jahre vor dem Ruhestand: auf 50% erhöhen, Liquiditätspuffer für 1–2 Jahre Ausgaben halten
- Im Ruhestand: Ausschüttungs-ETFs decken Grundausgaben, der Rest des Portfolios wächst weiter
Mehr zum Portfolioaufbau für verschiedene Lebensphasen finden Sie im Abschnitt Projektionen.
Häufige Fragen
Muss ich von akkumulierenden auf ausschüttende ETFs wechseln?
Nicht zwingend. Akkumulierende ETFs können im Ruhestand schrittweise verkauft werden (SWR-Strategie). Eine vollständige Umstellung auf ausschüttende ist nicht nötig. Es hängt von Ihrer Steuersituation und Präferenz ab – Dividendeneinkommen vs. kontrollierte Entnahme.
Wann sollte mit dem Übergang zum Ausschüttungsportfolio begonnen werden?
Idealerweise 5–10 Jahre vor dem geplanten Beginn der Entnahme. Verteilen Sie den Übergang schrittweise, um nicht zu einem schlechten Marktmoment zu wechseln. Ein Liquiditätspuffer für 1–2 Jahre Ausgaben schützt vor dem Verkauf zu niedrigen Kursen.
Sind Dividenden besser als der ETF-Verkauf im Ruhestand?
Das hängt von den Prioritäten ab. Dividenden sind einfach und vorhersehbar, aber immer mit 15% besteuert. Der Verkauf nach dem Haltedauertest kann steuerfrei sein. Eine Kombination beider Ansätze ist für die meisten Anleger optimal.
Was ist die Safe Withdrawal Rate?
Der Prozentsatz des Portfolios, der jährlich entnommen wird, ohne dass das Portfolio auf null sinkt. Historisch gelten ~4% als sichere Grenze für einen 30-jährigen Ruhestand bei einem Aktien-Anleihen-Portfolio.